Mittwoch, 9. September 2009

ORF-Enquete: Was bedeutet
eigentlich ‚öffentlich-rechtlich‘?

  • FORMAT-Chefredakteur Peter Pelinka
  • PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Nächste Woche versucht die Politik dem ORF zu helfen. Offiziell. Sie hat es schon schlechter versucht – etwa durch parteipolitische Spiegelfechtereien ums Personal. Die parlamentarische Enquete zur Novelle des ORF-Gesetzes, die noch heuer beschlossen werden soll, gewährt zumindest theoretisch Bereitschaft zum Grundsätzlichen. Zumal auch Vertreter der EU geladen sind. Die Union hat eben erst die Kontrolle für staatliche Beihilfen zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Sektors verschärft, dazu läuft schon länger ein Verfahren der Kommission zur Überprüfung der ORF-Gebühren. Es ist natürlich Sache der heimischen Politik, als Eigentümervertreter das Wohl und Wehe des ORF im Auge zu behalten – etwa indem sie dem Unternehmen jene 65 Millionen Euro für Personen refundiert, welche aus sozialpolitischen Gründen keine ORF-Gebühren zahlen, etwa indem sie ein vom Stiftungsrat gewähltes Management während dessen Amtsperiode in Ruhe arbeiten lässt. Sache dieses Managements des ORF wiederum ist es, dafür zu sorgen, dass die Grundlage für seinen öffentlich-rechtlichen Charakter gegeben bleibt. Speziell journalistisch.

Das gelang in den vergangenen drei Jahren nicht immer gut, das wissen die Küniglberger auch. Die Zuseherquoten des TV (im Rundfunk gibt es – siehe letzte Marktdaten – keine vergleichbaren Probleme, weder beim nach wie vor erfolgreichen Ö3 noch beim weiter exzellenten Ö1, noch bei den unverwechselbaren Regionalprogrammen, noch beim noch immer innovativen FM4) sind parallel zur Digitalisierung der Haushalte, zur steigenden Anzahl der Konkurrenzsender und zum Aufstieg des Konkurrenzmediums Internet gesunken. Auch eine Folge einer misslungenen Programmreform – Beispiele: „Mitten im 8.“ oder die Kannibalisierung erfolgreicher Programme wie „Willkommen Österreich“. Die (gesellschafts) politische Berichterstattung ist aber unbestreitbar besser, weil unabhängiger geworden. Ein Verdienst exzellenter Sendungen (etwa „kreuz und quer“, Spira, Donnerstag-Leiste), toller Journalisten wie Armin Wolf (seine Absenz währe nur kurz!) oder Ingrid Thurnher, aber auch eines interventionsresistenten Info-Managements mit Elmar Oberhauser und Karl Amon an der Spitze. Umso mehr ist es um Qualitätsmarken wie Friedrich Orter oder Susanne Scholl schade, sollten sie aus Altersgründen einem Sparplan Marke „Rasenmäher“ zum Opfer fallen und nicht in anderer Form (wie etwa die Info-Ikone Paul Lendvai) dem ORF erhalten bleiben.

Nun ist ORF-Chef Alexander Wrabetz ein personeller Coup gelungen: Er holte von ATV Dominic Heinzl zurück, der für seine Society-Berichterstattung zweimal die „Romy“ erhalten hat. Ein in Zeiten harter Sparmaßnahmen (verstärkt nötig durch die alle Medien betreffende Finanzkrise, dem ORF droht heuer ein Minus von mehr als 50 Millionen) umstrittener Deal: Heinzl ist nicht billig. Aber: Der Küniglberg benötigt in Zeiten allgemeinen ORF-Bashings (vor allem aus den Reihen konkurrierender Unternehmen) dringend ein Offensivsignal. Und: Breite und Qualität müssen keine Gegensätze sein, ebenso wenig Unterhaltung und Information. Natürlich wird Heinzl den Sender nicht „quasi im Alleingang retten“ (Sven Gächter im „profil“). Aber er kann etwas dazu beitragen, „wenn man öffentlich-rechtlich nicht mit staatlich oder untertänig verwechselt, sondern mit hinterfragen, auch respektlos“ (Harald Fidler im „Standard“). Noch mehr kann der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Charakter – Grundlage für seine Gebührenhoheit – durch eigenproduzierte Filme, Debatten & Dokumentationen belegen, seine besten Ausweise. Wie die Serie über den 2.Weltkrieg: Material vom Feinsten, mit jenem der BBC vergleichbar. Mit ein Grund, dass sich Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group, als Fan öffentlich-rechtlichen Fernsehens deklariert.

9.9.2009 08:18
allesw, 14. 08. '09 15:45
sie haben alle für und wieder sehr gut beschrieben
einen umstand möchte ich einbringen,ein einbrecher ist unbewaffnet ein räuber hat eine pistole und die benutzt er auch meist bei konfrontation .einbrecher rechnen nicht mit schweren verletzungen da sie nur minimal zu wiederstand bereit sind und eben auch weglaufen,dieser fatale schuss kann noch ganz andere auswirkungen haben