Deutschland legt sich für Magna ins Zeug:
Bund & Länder erarbeiten Opel-Schlachtplan
- GM will Details zu deutschen Staatshilfen wissen
- Entscheidung über Opel-Verkauf noch diese Woche?

·Entscheidet sich GM
für die Magna-Carta?
Stronach-Konzern punktet
im Wettrennen um Opel
·Magna erleidet
beträchtliche Verluste
Minus im ersten Halbjahr
betrug 325 Millionen Euro
·Die Würfel im Opel-
Poker sind gefallen
KLICKEN: So verlief der
lange Verkaufsprozess
Der Verkaufspoker um den Autobauer Opel geht in die nächste Runde: Experten von Bund und Ländern berieten die beiden überarbeiteten Angebote von Magna und RHJI. Zudem habe die Opel-Task-Force bei dem Treffen in Berlin weitere Informationen vorbereitet, die Opels Ex-Mutterkonzern General Motors (GM) zum Magna-Konzept gewünscht habe, hieß es aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums.
GM will mehr über die Bedingungen erfahren, unter denen die angekündigten Staatshilfen bei einem Zuschlag für Magna fließen könnten. Neben dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer, den Bund und Länder klar favorisieren, ist noch der belgische Finanzinvestor RHJI im Rennen.
In Verhandlungskreisen hieß es, eine Vorentscheidung rücke näher. Der im Insolvenzverfahren steckende US-Autobauer hatte in der Vergangenheit RHJI favorisiert. Das letzte Wort hat aber die Opel-Treuhand, in der Vertreter von GM, Bund und Ländern sitzen.
Entscheidung noch diese Woche?
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Rüttgers forderte GM auf, zügig über den Verkauf von Opel zu entscheiden. "Ich hoffe, dass wir in dieser Woche eine klare Ansage bekommen, was GM will", sagte Rüttgers. "Das Gewürge muss jetzt beendet werden. Die Arbeitnehmer brauchen Klarheit." Jeder Tag koste viel Geld.
Unterstützung für Magna
Rüttgers bekräftigte, Bund und Länder unterstützten das Konzept des Autozulieferers Magna. "Wir wollen ja eben nicht jetzt nur Geld von irgendwo haben, wir wollen, dass Opel dann auch die Märkte im Osten erobert", sagte er. Magna-Partner ist die russische Sberbank.
Bund und Länder wollen einem Opel-Käufer bis zu 4,5 Mrd. Euro an Krediten und Bürgschaften bieten, um das Überleben des traditionsreichen Autobauers zu sichern.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisierte Merkel für ihr Vorpreschen zugunsten von Magna. "Ich halte es für falsch, dass die Bundeskanzlerin sich so intensiv zum Beispiel wie beim Fall Opel fast schon als Verkäuferin des Unternehmens profiliert. Das ist nicht ihre Aufgabe", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Damit überschreite der Staat seine Grenzen.
(apa/red)

