Guter Zeitpunkt für Großeinkäufe: Deflation
drückt Preise im Juli um weitere 0,3 Prozent
- Teuerung auf niedrigstem Stand seit über 40 Jahren
- Billige Treibstoffe bringen Inflation zum Schmelzen

·Mit der Wirtschaft
geht es weiter bergab
Österreichs Leistung ist
um 0,4 % geschrumpft
·Österreicher kaufen wie verrückt Autos
Zulassungen explodierten
im Juli um 44 Prozent
Der Traum vieler Konsumenten ist Realität geworden: Einkaufen wird in Österreich immer billiger. Die Preise gingen im Juli gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent zurück. Bereits im Juni hatte die Inflation auf minus 0,1 Prozent gedreht und damit die Grenze zur Deflation überschritten. Damit ist die Teuerung auf dem niedrigsten Stand seit Sommer 1966 angelangt, wie die Statistik Austria bekanntgab.
Ohne die Verbilligung bei Treibstoff-und Heizölpreisen um ein Viertel binnen 12 Monaten wäre der VPI im Juli allerdings um 1,3 Prozent gestiegen, so die Statistiker.
Der für die Euro-Zone errechnete Preisindex (HVPI) Österreichs ist im Juli im Jahresabstand um 0,4 Prozent gesunken, nach einem Minus von 0,3 Prozent im Juni-Juni-Vergleich. Im Monatsabstand ist das allgemeine Preisniveau in Österreich nach dem nationalen VPI um 0,3 Prozent gesunken, nach der HVPI-Berechnung um 0,4 Prozent.
Verkehr dämpft Preise
Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand war in Österreich im Juli die Ausgabengruppe "Verkehr" mit -6,8 Prozent, hier vor allem die Treibstoffe, die um 25 Prozent billiger waren als zwölf Monate davor. Die Flugticket-Preise gingen um 16 Prozent zurück.
Auch von den Nahrungsmitteln (-0,5 Prozent) kam ein leicht preisdämpfender Effekt. Nach den relativ hohen Preisständen im Vorjahr haben vor allem die Preise für Obst (durchschnittlich -11 Prozent; u.a. Äpfel -15 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (insgesamt -3 Prozent; Vollmilch -7 Prozent) und Speisefette und -öle (insgesamt -6 Prozent; Butter -13 Prozent) nachgegeben, allerdings mit bescheidenem Effekt auf die Gesamtinflationsrate.
Hauptpreistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (durchschnittlich +3,4 Prozent), was überwiegend durch gestiegene Preise für Versicherungsleistungen verursacht wurde (durchschnittlich +3,3 Prozent; Haushaltsversicherungen +5 Prozent, private Krankenversicherungen sowie Kraftfahrzeugversicherungen je +3 Prozent). Körperpflege kostete im Schnitt 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Massage +8 Prozent, Gesichtscreme +7 Prozent).
(apa/red)

