Die Rezession hat Österreich fest im Griff:
Heimische Wirtschaft verliert weiter an Fahrt
- BIP im zweiten Quartal um 0,4 Prozent geschrumpft
- Privater Konsum vermag dem Abschwung zu trotzen

·Deutschland gebietet
der Rezession Einhalt
Wirtschaft wächst zum
ersten Mal seit einem Jahr
·Österreicher kaufen wie verrückt Autos
Zulassungen explodierten
im Juli um 44 Prozent
Auch wenn am Horizont die ersten Hoffnungsschimmer erstrahlen - die Krise hat Österreich noch fest im Griff: Im zweiten Quartal 2009 ist die heimische Wirtschaft mit einem Minus von 0,4 Prozent zum vierten Mal in Folge geschrumpft. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging das BIP (Bruttoinlandsprodukt) gar um 4,4 Prozent zurück. Die neueste Erhebung des Wifo birgt aber auch Positives. Der Rückgang des BIP fiel deutlich geringer als in den ersten Monaten des Jahres 2009 aus. Der Abwärtstrend der Wirtschaft scheint also gestoppt.
Die Wirtschaftsforscher führen die Verflachung der Krise vor allem auf den leicht gestiegenen Konsum zurück - nicht zuletzt durch die Verschrottungsprämie - sowie den deutlich verlangsamten Rückgang bei den Exporten. Vor allem die Warenausfuhr sank im Berichtsquartal real nur noch um 1 Prozent, nachdem sie in den zwei Quartalen zuvor noch um 8 Prozent zurückgingen. Insgesamt sanken die Exporte zwischen April und Juni um 1,1 Prozent, nach einem Minus von jeweils fast 6 Prozent im 1. Quartal 2009 und im 4. Quartal 2008.
Der Konsum der privaten Haushalte nahm - trotz steigender Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit - um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu, nach +0,1 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres. Gefördert wurde die Kauflust durch die Steuersenkung und die geringe Inflation, so das Wifo. Zusätzlich habe die Einführung der Verschrottungsprämie - per 1. April - die Nachfrage nach Autos im 2. Quartal hinaufschnellen lassen. Auf die heimische Wertschöpfung hat das nach Ansicht der Experten wenig Effekt gehabt, weil die Pkw großteils importiert wurden.
Die erzeugende Industrie verzeichnete im 2. Quartal neuerlich einen Rückgang ihrer Wertschöpfung, wenn er auch mit real 3 Prozent deutlich geringer ausfiel als noch im 1. Quartal (-10 Prozent).
(apa/red)

