"Offene Forderungen nicht beglichen": SkyEurope-Passagiere saßen Stunden fest
- Flughafen Wien: Sechs Maschinen nicht abgefertigt
- 800 Personen waren von SkyEurope-Stopp betroffen
Ultimatum: Airport gewährt Zahlungsfrist bis Freitag
·SkyEurope-Maschine
bleibt doch in Paris
Flughafen behält Flieger
wegen Schulden ein
·SkyEurope beantragt
nun Gläubigerschutz
Gekaufte Tickets behalten
aber weiter ihre Gültigkeit
·Skylink-Konsulenten kassieren 135 Mio.
"profil": Ist ein Viertel der Terminal-Baukosten
·Turbulente Wochen
für Austrian Airlines
Neuerlicher Rückgang
der Fluggäste verzeichnet

Die Flüge der finanziell schwer angeschlagenen Billigfluglnie SkyEurope sind am Dienstag stundenlang am Flughafen Wien nicht abgefertigt worden, sechs Maschinen und rund 800 Passagiere saßen fest: Der Flughafen hatte wegen offener Forderungen gegen die Airline seine Dienstleistungen gestoppt. Erst am späten Nachmittag zeichnete sich eine Entspannung der Lage ab. Der Flughafen verkündete die Wiederaufnahme der Abfertigungen und setzte ein Ultimatum: Bis Freitag, 15 Uhr müsse die Airline die Zahlungen leisten, sonst würden die Flüge nicht mehr abgefertigt.
Um welche Summen es gehe, wollte man beim Flughafen nicht sagen. Die Dienstleistungen seien um 11.00 Uhr eingestellt worden, "nachdem die offenen und fälligen Forderungen der Flughafen Wien AG gegenüber SkyEurope Airlines trotz Mahnungen und Fristsetzungen nicht beglichen wurden", teilte der Flughafen Wien in einer Presseaussendung mit.
In "intensiven Verhandlungen" sei vereinbart worden, dass die Forderungen nun bis Freitag, 14. August, um 15 Uhr beglichen werden müssen. Andernfalls "beendet die Flughafen Wien AG die Erbringung von Dienstleistungen im Einvernehmen mit SkyEurope Airlines, a.s. mit Wirkung zum 14. August 2009, 15.00 Uhr", so der Airport am Dienstagnachmittag." Ab diesem Zeitpunkt werden von der Flughafen Wien AG keine Luftfahrzeuge der SkyEurope Airlines, a.s. abgefertigt und es werden für diese auch sonst keine Dienstleistungen mehr erbracht, hieß es weiter.
Passagiere immer wieder vertröstet
Betroffen von dem Grounding waren die Flüge nach Saloniki, Bourgas, Athen und Nizza, sie wurden Stunden als "verspätet" angegeben. Zwei weitere Flüge nach Barcelona und Amsterdam - mit Planabflug am Nachmittag - galten laut Teletext ebenfalls als "verspätet". Die bereits eingecheckten Passagiere mussten in der Abflughalle warten. Ein betroffener Fluggast nach Bourgas (Bulgarien), eine Anwältin, schilderte telefonisch, dass die Passagiere immer wieder von der Airline vertröstet worden seien. Der Flughafen Wien habe sie gar nicht informiert, sie sollten sich an die Airline wenden.
SkyEurope-Sprecher Ronald Schranz betonte, die Situation sei "bereinigt", es werde wieder abgefertigt. Bis spätestens morgen sollte wieder alles im Plan sein, hofft der Airline-Sprecher.
Airline in der Insolvenz
Die Billigfluglinie hat im Juni in der Slowakei Insolvenz angemeldet und steht seither unter Gläubigerschutz. SkyEurope-Flieger wurden seit Bekanntwerden der Finanzprobleme bereits mehrmals auf Flughäfen festgehalten, unter anderem in Paris und Sofia.
(apa/red)

