Russlands Präsident attackiert die Ukraine:
Sieht Gasversorgung in Europa gefährdet
- Medwedew: Kiew plant Abbruch bilateraler Beziehung
- Störungen bei Gaslieferungen wären kein Einzelfall
·Mit Vollgas bis an
das Kaspische Meer
Türkei unterzeichnet Gas-
Deal für Nabucco-Pipeline

Der russische Präsident Medwedew hat die Ukraine scharf angegriffen und ihr vorgeworfen, die Sicherheit der Gasversorgung Europas zu gefährden. Kiew habe es auf einen Abbruch der bilateralen Beziehungen mit Moskau abgesehen, sagte Medwedew. Dies betreffe auch den Energiesektor. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern hat mehrmals zu einer Störung der russischen Gaslieferungen nach Europa geführt.
Die russischen Gaslieferungen erfolgen ausschließlich durch die Ukraine. Die Ukraine hat sich jüngst durch die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten, die angeblich "nicht-diplomatischen Tätigkeiten" nachgegangen seien, den Zorn des Nachbarlands zugezogen. Moskau reagierte mit der Ausweisung von zwei ukrainischen Diplomaten.
Russland schob in der Folge die Entsendung eines Botschafters nach Kiew auf. Grund sei der "gegenwärtige anti-russische Kurs der ukrainischen Führung", teilte Präsident Medwedew in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an seinen ukrainischen Kollegen Juschtschenko mit. Er hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und einer "neuen politischen Führung" verbessern würden, hieß es in dem Brief weiter. In der Ukraine sind für den 17. Jänner Präsidentschaftswahlen vorgesehen. Dabei stehen sich die pro-westlichen den eher Russland-treuen Kräften gegenüber.
Der frühere russische Regierungschef Viktor Tschernomyrdin war im Juni von seinem Botschafterposten in der Ukraine abberufen worden. Einen Grund für die Abberufung nannte der Kreml nicht. Tschernomyrdin war in der Ukraine zuletzt wegen "unfreundlicher Äußerungen" in die Kritik geraten. In den vergangenen Jahren hatte es zudem mehrfach Streit zwischen beiden Ländern über die russischen Gas-Lieferungen gegeben, der bis zu Lieferstopps eskalierte.
(apa/red)

