Ein Boom, den kein Land brauchen kann...:
Schwarzarbeiter nehmen in Österreich zu
- Finanzministerium: 14.600 Kontrollen - 5.700 Illegale
- Bescheren der Republik Schaden von 31 Millionen

·Der Kampf um Jobs spitzt sich weiter zu
Zahl der Arbeitslosen um 30 Prozent höher als 2008
·Bald gemeinnützige
Arbeit für Arbeitslose?
AMS-Chef Buchinger
greift den Vorschlag auf
Ein Boom, den kein Land brauchen kann...: Die Zahl der Schwarzarbeiter hat sich seit dem Jahr 2003 mehr als verdoppelt. Dafür wurden illegale Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2009 öfters erwischt, wie Finanzstaatssekretär Reinhard Lopatka berichtete.
Im ersten Halbjahr 2009 ertappten die Mitarbeiter der KIAB (Kontrolle der Illegalen Arbeitnehmerbeschäftigung) 5.720 illegal beschäftige Ausländer. Kontrolliert wurden insgesamt 14.622 Betriebe. Die beantragten Strafen lagen bei 15,87 Mio. Euro.
Wie viel davon tatsächlich zugunsten des AMS eingebracht werden kann, konnte Lopatka nicht sagen. Die Quote der erwischten ausländischen Schwarzarbeiter lag - gemessen an den 35.269 kontrollierten Personen - bei 16,22 Prozent. Im ersten Halbjahr 2008 waren es 13,5 Prozent, sagte der Finanzstaatssekretär.
Im Burgenland gab es mit 25,52 Prozent die höchste Quote an illegal Beschäftigten, Nummer zwei war Oberösterreich vor Wien. In absoluten Zahlen verzeichnete Oberösterreich mit 1.107 Schwarzarbeitern den höchsten Wert. In Niederösterreich waren es 1.100 und in Wien 1.060.
31 Millionen Euro Schaden
Traditionell gebe es am Bau die meisten Schwarzarbeiter. "Es macht auch Sinn, öffentliche Baustellen zu untersuchen", räumte Lopatka ein. Viele illegal beschäftige Ausländer seien auch im Gastgewerbe und in der Landwirtschaft zu finden. Insgesamt waren 5.263 der In- und Ausländer nicht bei der Sozialversicherung angemeldet. Dadurch sei es zu einem Schaden von 31 Mio. Euro gekommen.
Durch die Wirtschaftsflaute könnte sich die Situation verschärfen: "Der Widerstand, Steuern zu zahlen, nimmt in der Krise zu", meinte der Finanzstaatssekretär. Um gegen die Schwarzarbeit noch besser vorgehen zu können, wird das Personal der zum Finanzministerium ressortierenden Einheit um 20 Mitarbeiter aufgestockt, kündigte Lopatka an. Aktuell beschäftigt die KIAB 310 Personen. 2002 waren es lediglich 34.
(apa/red)

