Kräftige Kopfwäsche für den Elfervernebler:
"Unverständlich und nicht zu akzeptieren"
- Constantini hat für Schupfer nur ein Kopfschütteln
- Scharner schuldbewusst: "Geht auf meine Kappe"

·'Haben ein schlechtes
Spiel abgeliefert'
Erster Rückschritt unter Teamchef Constantini
·Kameruns Löwen beißen zweimal zu
ÖFB-Team im Testmatch auf verlorenem Posten
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BILDER vom Spiel gegen das Team von Kamerun
·Wer überzeugte und wer eher enttäuschte
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·"Sind dann nur noch im Kreis gelaufen"
REAKTIONEN nach dem Spiel gegen Kamerun
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WM-Quali: Ribery und Co mit glanzlosem 1:0-Sieg
Paul Scharner hat sich gegen Kamerun den Unmut von Teamchef Dietmar Constantini zugezogen. Der Niederösterreicher vergab beim Stand von 0:0 auf leichtfertige Weise einen Elfmeter und wurde bereits fünf Minuten vor der Pause ausgewechselt. Selbst seine Rolle als Ersatzkapitän für den im Moment rekonvaleszenten Emanuel Pogatetz scheint im Moment zu wackeln.
"Mit dem Elfmeter hatten wir die Möglichkeit auf einen positiven Beginn, aber Paul hat zu locker geschossen, was er nachher auch zugegeben hat. Für mich ist das unverständlich und nicht zu akzeptieren", schimpfte Constantini, für den der missglückten Schupfer zum Kopfschütteln war. "Als er hingegangen ist, habe ich gedacht, er wird mit aller Gewalt schießen. Aber er kann nicht Panenka spielen, wenn er nicht Panenka ist", sagte der Tiroler in Anspielung an den legendären Elfer des tschechischen Ex-Rapid-Legionärs Antonin Panenka im EM-Finale 1976 gegen Deutschland.
"Diese Aktion war extrem überheblich. So kann man vielleicht in einem Altherren-Match einen Elfer schießen, aber nicht in einem Länderspiel", kritisierte der Tiroler.
Auch dass Scharner bei seiner Auswechslung die Kapitänsschleife an Jürgen Macho übergab, missfiel Constantini. "Das ist nicht seine Geschichte, aber er war da noch auf dem Platz und hat mich eben nicht gehört. So habe ich es erst in der Pause korrigiert."
Nach der Szene in der 13. Minute fiel laut Constantini die Leistung der Mannschaft im Allgemeinen und des Kapitäns im Besonderen deutlich ab. "Scharner hat nach dem vergebenen Elfer nicht mehr ins Spiel gefunden. Das ist ihm zuzugestehen, außerdem waren wir auch nach den Auswechslungen nicht gut."
Kapitänsschleife weg?
Im kommenden WM-Quali-Match am 5. September in Graz gegen die Färöer ist Scharner gesperrt - ob er vier Tage später in Bukarest gegen Rumänien die Schleife tragen wird, ließ Constantini offen. "Das weiß ich jetzt nicht, wir werden sehen."
Der Teamchef musste aber auch zugeben, vor dem Spiel keinen Elferschützen festgelegt zu haben. "Das ist etwas, was sich im Spiel selbst regelt. Aber es kann sein, dass ich vor dem nächsten Match einen Schützen bestimme." Scharner rechtfertigte sein Antreten zum Strafstoß mit seiner Rolle als Führungsspieler, was Constantini nur bedingt nachvollziehen konnte. "Die jungen Spieler brauchen keinen, der sie führt. Dragovic zum Beispiel war gegen Kamerun einer unserer Stärksten."
"Das geht auf meine Kappe"
Scharner selbst zeigte sich selbstkritisch. "Ich habe als Führungsspieler Verantwortung übernommen, aber der Elfer war schlecht geschossen. Das geht auf meine Kappe." Seine Auswechslung noch vor der Pause wollte der Wigan-Legionär, der wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel erst kurz vor dem Match Grünes Licht für einen Einsatz bekommen hatte, nicht kommentieren. "Der Teamchef hat entschieden, dass er mich austauscht. Von meiner Verletzung her hat es eigentlich gut funktioniert."
Durch die Auswechslung von Scharner durfte Jürgen Macho für einige Minuten die Kapitänsschleife tragen - ein schwacher Trost für den vereinslosen Goalie, der an beiden Gegentoren schuldlos war und keine Gelegenheit hatte, zu glänzen und sich für einen neuen Club zu empfehlen. "Es war super für mich, wieder auf den Rasen zu kommen. Schade, dass es nicht so geklappt hat", meinte der Wiener.
Macho auf Jobsuche
Macho will nun so schnell wie möglich einen neuen Arbeitgeber finden. "Ich weiß, dass ich aus der Sache herauskommen kann und hoffe, bald einen neuen Verein zu haben. Ich bin jetzt unten, habe aber genug Kraft, wieder hochzukommen", erklärte der Schlussmann und kritisierte im Zusammenhang mit seiner bisher erfolglosen Clubsuche auch sein eigenes Management.
Nach Machos Auswechslung fungierte Marc Janko in der zweiten Hälfte als ÖFB-Kapitän. Der Salzburg-Goalgetter, zuletzt bei Constantini nicht immer gut angeschrieben, wollte dieser Ehre aber keine allzu große Bedeutung beimessen. "Das war Zufall, ich war nach einigen Wechseln plötzlich der älteste Mann auf dem Platz", schmunzelte der 26-Jährige.
(apa/red)
