Kann der Tiger noch mal kräftig zubeißen?
Woods' letzte Saisonchance auf Major-Titel
- US PGA Championship: 33-Jähriger gut in Form
- Golf-Star zuletzt 2004 ohne Grand-Slam-Gewinn

Golfstar Tiger Woods steht bei dem heute beginnenden 91. US PGA Championship im Hazeltine National Golf Club in Chaska unter Siegzwang, will der 33-Jährige dieses Jahr nicht völlig ohne Grand-Slam-Erfolg bleiben. Zuletzt hatte der US-Amerikaner 2004 keines der vier Majors gewonnen.
"Jedes Jahr mit einem Major-Titel ist ein gutes Jahr", sagte Woods einst selbst über sich. Auch die Tennis-Asse Roger Federer und Rafael Nadal haben sich schon in diese Richtung geäußert. In den Jahren 2005 bis 2008 hat Woods seine Anzahl an Grand-Slam-Titeln kontinuierlich von 8 auf 14 gesteigert und sich der Rekordmarke von Jack Nicklaus bis auf vier Siege genähert.
Woods immer noch mit Abstand der Beste
Im laufenden Jahr ist Woods abermals der mit Abstand beste Golfer. Auf der US-PGA-Tour hat er schon fünf Turniere bei nur gerade zwölf Antreten gewonnen. In der amerikanischen Preisgeldrangliste führt er mit 6,87 Millionen Dollar (4,85 Mio. Euro) haushoch vor seinem Landsmann Steve Stricker (4,20 Millionen Dollar), und auch in der Weltrangliste hat er die Führung zementiert.
Seine ersten drei Siege 2009 errang Woods jeweils unmittelbar vor einem Grand-Slam-Turnier - vor dem US Masters wie vor dem US Open und dem British Open. Jetzt vor der US PGA Championship hat er sogar bei zwei Turnieren nacheinander triumphiert (Buick Open in Grand Blanc und Bridgestone Invitational in Akron). Der gelungenen Hauptproben ist er aber überdrüssig, er will seine offensichtlich gute Form nun für seinen 15. großen Triumph nutzen.
Titelverteidiger Harrington auf der Lauer
Auf der Lauer liegt jedenfalls Titelverteidiger Padraig Harrington, der Ire war zuletzt in Akron hinter Woods Zweiter. Auf die Frage, ob er vor der US PGA Championship noch an besonderen Bereichen seines Spiels arbeiten müsse, sagte Woods: "Ich arbeite weiterhin an gewissen Dingen", und fügte lächelnd an: "Ich glaube, sie funktionieren alle ziemlich gut." Woods hat die US PGA Chamionship bereits in den Jahren 1999, 2000, 2006 und 2007 gewonnen.
Für Woods wird auch auf dem auf 7.029 Meter verlängerten Hazeltine-Kurs viel von der Qualität der Abschläge abhängen. Bei den British Open im Juli an der windigen schottischen Westküste in Turnberry hatte er die Kontrolle mit den langen Schlägern fast vollständig verloren. Der Ball flog irgendwo hin, und prompt verpasste Woods zum zweiten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier den Cut für die beiden Finalrunden.
Mit dem Jahr 2009 wäre er indessen mit Blick auf seine fünf Saisonsiege auch dann zufrieden, wenn er nicht gewinnen sollte. Nach der achtmonatigen Verletzungspause sei es ein riesiger Schritt in die richtige Richtung, zurückzukommen und gleich wieder erfolgreich zu sein.
Gegner wollen es Woods schwer machen
Woods' Gegnerschaft ist auch diesmal breit aufgestellt. In diesem Jahr haben weder das US Masters (Angel Cabrera) noch das US Open (Lucas Glover) und das British Open (Stewart Cink) erwartete Sieger aus dem engsten Favoritenkreis hervorgebracht. Die US PGA Championship war ohnehin schon immer das Major-Turnier mit den meisten Überraschungen. Zwischen 2001 und 2003 beispielsweise siegten dreimal in Folge amerikanische Nobodys: David Toms, Rich Beem (auf dem Hazeltine-Platz) und Shaun Micheel. Von diesen Drei hat sich nur Toms in späteren Jahren ein beachtliches Renommee zugelegt.
Zweimal - 1970 und 1991 - war der vom legendären Golfplatzarchitekten Robert Trent Jones gestaltete und 1962 eröffnete Hazeltine National Golf Club auch Austragungsort des US Open. Unvergessen ist der Sieg des Amerikaners Payne Stewart 1991 in einem packenden 18-Loch-Stechen gegen Landsmann Scott Simpson. Stewart verunglückte im Herbst 1999 bei einem Flugzeugabsturz tödlich.
(apa/red)
