Donnerstag, 13. August 2009

Das große Mysterium um die "Arctic Sea":
Holzfrachter seit einer Woche unauffindbar

  • Verdacht: Schiff von bewaffneter Gruppe gekapert
  • Wilde Spekulationen: Geheime Ladung an Bord?

Das Schicksal des am 24. Juli in der Ostsee angeblich von einer Gruppe Bewaffneter gekaperten Holzfrachters "Arctic Sea" ist weiter rätselhaft. Knapp eine Woche nach seiner Planankunft ist das Schiff im algerischen Hafen Bejaia immer noch nicht eingetroffen und wurde laut der finnischen Nachrichtenagentur STT dort bereits zum zweiten Mal von der Liste der erwarteten Schiffe gestrichen.

Die bis dato letzte einigermaßen gesicherte Position des Schiffes datiert vom 29. Juli. Damals befand sich das unter maltesischer Flagge fahrende, in russisch-lettischem Eigentum stehende Schiff im südlichen Teil des Ärmelkanals. Danach wurde es nach russischen Angaben noch einmal in der Nähe der nordportugiesischen Küste gesichtet.

Russland macht sich auf die Suche
Nach dem mysteriösen Verschwinden der "Arctic Sea" hat die russische Marine alle ihre Schiffe im Atlantik auf die Suche nach dem Frachter angesetzt. Zugleich wurden Spekulationen über die Fracht des unter maltesischer Flagge fahrenden Schiffs mit 15 russischen Besatzungsmitgliedern laut. Es hat nach vorliegenden Informationen Holz der finnischen Firma Rets Timber im Wert von 1,3 Millionen Euro geladen.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew ordnete an, dass mit allen Mitteln nach dem Schiff gesucht werden soll. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird auch ein Satellit eingesetzt. Die finnische Polizei erklärte, sie unterstütze die Ermittlungen. Frankreich erklärte, man stehe in Kontakt mit allen betroffenen Behörden. Auch das britische Außenministerium bot Unterstützung an.

Geheime Ladung an Bord?
Experten vermuteten, dass der Frachter möglicherweise eine geheime Ladung an Bord hatte. Denkbar sei auch, dass ein Handelsstreit mit dem Verschwinden zu tun habe. Selbst ein Piratenüberfall wurde nicht ausgeschlossen - bisher hat es allerdings noch keinen derartigen Angriff in europäischen Gewässern gegeben.

(apa/red)

13.8.2009 18:42