Sudanesischer Journalistin drohen 40 Peitschenhiebe: Wegen Tragen von Hosen
- Frau wurde auch an Ausreise aus Sudan gehindert
- Will Gesetz gegen "unschickliche" Kleidung abschaffen

Wegen des Tragens von Hosen in der Öffentlichkeit muss sich die sudanesische Journalistin Lubna Ahmed al-Hussein vor Gericht verantworten. Bei einer Verurteilung drohen der Frau 40 Peitschenhiebe. Jetzt wurde Hussein eigenen Angaben zufolge auch an der Ausreise aus dem Sudan gehindert. Sicherheitsbeamte hätten ihr am Flughafen der Hauptstadt Khartum den Zugang zu einem Flugzeug nach Beirut verwehrt, sagte Hussein der Nachrichtenagentur AFP.
Die Beamten hätten auf ein gegen sie verhängtes Ausreiseverbot verwiesen, aber keinen Nachweis darüber erbringen können. Hussein wollte in der libanesischen Hauptstadt Beirut an einer Sendung des arabischen Satellitenkanals MBC teilnehmen.
Hussein war Anfang Juli mit zwölf weiteren Frauen von Polizisten aufgegriffen worden, weil sie Hosen trugen. Bei einer Verurteilung droht ihr eine Strafe von 40 Peitschenhieben. Wegen der juristischen Immunität der für die UN-Pressestelle in Khartum arbeitenden Journalistin wurde der Prozess gegen sie auf September vertagt. Hussein will das Verfahren nach eigenen Angaben nutzen, um das Gesetz zu Fall zu bringen, das Frauen für das Tragen von "unschicklicher" Kleidung mit Peitschenhieben droht. (apa/red)
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