Dienstag, 11. August 2009

Weitere Bomben auf dem Ballermann?
Höchste Alarmbereitschaft auf Mallorca

  • Zeitzündung macht weitere Detonationen möglich
  • Polizei tappt bei der Tätersuche weiter im Dunkeln

Noch keine Entwarnung auf dem Ballermannm, denn die baskische Terrororganisation ETA könnte weitere Bomben mit Zeitzündern auf der spanischen Ferieninsel Mallorca versteckt haben. Das befürchten zumindest Anti-Terrorspezialisten der spanischen Polizei nach Angaben der Zeitung "ABC".

Bereits am vergangenen Sonntag ließ die für die politische Unabhängigkeit des Baskenlandes kämpfende Terrororganisation vier kleinere Bomben in touristischen Zentren auf der Mittelmeerinsel hochgehen. Die Befürchtung der Polizeiexperten, es könne noch weitere versteckte Bomben auf der Insel geben, beruht auf der Vermutung, dass die ETA-Terroristen bereits vor der Ermordung von zwei Guardia Civil-Beamten mit einer zeitgezündeten Autobombe Ende Juli bereits die Insel wegen der anzunehmenden scharfen Polizeikontrollen verlassen hatten.

Auch die vier am Sonntag explodierten Bomben waren per Zeitzünder ausgelöst worden. Nach Angaben der Polizei-Spezialisten sind die von der ETA benutzten Bomben mit Zeitmechanismen ausgestattet, die es den Terroristen erlauben, die Bomben bis zu einem Jahr vor dem gewünschten Anschlagszeitpunkt anzubringen, berichtet ABC in seiner aktuellen Online-Ausgabe am Dienstag.

Kalt, ganz kalt
Unterdessen fehlt der Polizei jegliche heiße Spur bei der Suche nach den Terroristen. Durch die zeitgezündeten Sprengsätze vom Sonntag verstärkt sich allerdings für die Polizei die Hypothese, die Terroristen haben die Inseln bereits vor der Ermordung der zwei Polizeibeamten verlassen und zuvor auch die anderen Sprengsätze angebracht, die zudem so gut versteckt waren, dass es kaum anzunehmen war, dass die Polizei sie trotz der Großrazzien hätte finden können.

Die baskische Terrororganisation ETA wählte wohl bewusst Palma de Mallorca nach den Attentaten vom Juli als neues Anschlagsziel. Die Stadt gehört nach den Anschlägen und mit der Anwesenheit der spanischen Königsfamilie, die hier jedes Jahr ihren Sommerurlaub verbringt, zu den am besten gesicherten Städten Spaniens. So konnte ETA unter Beweis stellen, dass es sich nicht um "Verzweiflungsaktionen" handelte, sondern um gut organisierte Anschläge. Zudem konnten die Terroristen mit den Anschlägen im "Herzen der spanischen Tourismusindustrie" größere internationale Aufmerksamkeit erhalten und stärkeren Druck auf die spanische Regierung ausüben.

(apa/red)

11.8.2009 21:58