Donnerstag, 13. August 2009

Menasse zu den Todesschüssen von Krems: Autor wendet sich gegen Innenministerin

  • „Fekter ist Mantelmadonna der Alltagsfaschisten“
  • NEWS traf sich mit dem Schriftsteller zum Interview

Der Autor Robert Menasse äußert sich in einem Interview in der aktuellen NEWS-Ausgabe zu den Todesschüssen der Polizisten von Krems und wendet sich dabei auch gegen Innenministerin Fekter.

Menasse: „Was mich daran bestürzt, ist, dass jetzt in weiten Teilen der Bevölkerung der Tod dieses Kindes Befriedigung ausgelöst hat. Eine Bevölkerung, die Vierzehnjährige, die auf KZ-Überlebende schießen, mit
lächelndem Verständnis als ,Lausbuben‘ bezeichnet, ist der Meinung, dass ein Vierzehnjähriger, der einen Einbruch macht, abgeknallt werden muss. Und im Grunde sagt das auch die Innenministerin. Das heißt, wir haben in Österreich einen Zustand erreicht, in dem es einmal ,Gnade vor Recht‘, dann wieder ,Gnadenlosigkeit vor Recht‘ heißt - so oder so aber ist das die Aufhebung des Rechtszustands. In einer wirklich aufgeklärten Gesellschaft wäre Frau Fekter rücktrittsreif, sie wäre geächtet, nicht nur von Gegnern ihrer Partei, sondern auch von einem Großteil ihrer eigenen Wählerschaft: nämlich den bürgerlichen ÖVP-Wählern. Aber bei uns ist auch dies so ein trübsinniger Widerspruch: Bürgertum und bürgerliches Recht (...) Und deshalb kann die bürgerliche Innenministerin sicher sein, dass ihr auch das gnadenlose Verständnis für das Abknallen von Kindern Stimmen bringen wird. Sie ist heute die Mantelmadonna der österreichischen Alltagsfaschisten.“

Das ganze Interview mit Robert Menasse lesen Sie jetzt in der aktuellen NEWS-Ausgabe 33/09

13.8.2009 10:50

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