Freitag, 14. August 2009

Tödliche Entbindung in Gmunden: Jetzt müssen sich Ärzte vor Gericht verantworten

  • September 2008: 41-jährige Frau starb bei Geburt
  • Ein Mediziner wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Nach einer Entbindung im LKH Gmunden in Oberösterreich, die im September 2008 für die Mutter tödlich geendet hatte, sind zwei Mediziner angeklagt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Wels mit. Sie hat gegen den behandelnden Arzt wegen fahrlässiger Tötung und Urkundenfälschung sowie gegen einen weiteren Arzt wegen Anstiftung zur Fälschung beim Bezirksgericht Gmunden Strafantrag gestellt.

Bei der 41-jährigen Patientin war es im September während der Entbindung ihres vierten Kindes plötzlich zu gravierenden Problemen gekommen, sie starb trotz einer Notoperation.

Krankengeschichte manipuliert
Rund zweieinhalb Wochen nach dem Tod der Frau überraschte der Krankenhausbetreiber, die Gesundheits- und Spitals AG (gespag), mit der Meldung, dass die Krankengeschichte offenbar manipuliert worden sei. Zwei der involvierten Ärzte bestätigten dass. Das Dienstverhältnis mit dem Primar wurde mit sofortiger Wirkung gelöst, der behandelnde Oberarzt suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Eine Expertise des gynäkologischen Gutachters Peter Husslein zu Beginn dieses Jahres ergab Behandlungsfehler. Der behandelnde Oberarzt hätte demnach unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren einkalkulieren müssen, dass die Gebärmutter reißen könnte. Seit Mai leitet Michael Sommergruber, der zuletzt als Oberarzt in der Linzer Landes-Frauen- und Kinderklinik arbeitete, die Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Gmunden. Sie wurde interimistisch von Vöcklabruck aus geführt. (apa/red)

14.8.2009 14:40