Donnerstag, 13. August 2009

Schwerwiegende Verdachtsmomente:
NVP nicht bei Oberösterreich-Wahl dabei

  • Anhaltspunkte im Hinblick auf das Verbotsgesetz
  • Damit dürfen insgesamt sieben Parteien antreten

Die Nationale Volkspartei (NVP) - sie wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) als rechtsextrem eingestuft - darf nicht zur Landtagswahl in Oberösterreich am 27. September antreten. Das wurde nach einer Sitzung der Landeswahlbehörde bekannt. Damit sind für die Wahl insgesamt sieben Parteien zugelassen: ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ, BZÖ, KPÖ und Die Christen.

Die Entscheidung der Landeswahlbehörde, die NVP nicht zuzulassen, war absehbar. Schon nach ihrer Sitzung am vergangenen Dienstag hieß es, es gebe zu schwerwiegende Verdachtsmomente und Anhaltspunkte im Hinblick auf das Verbotsgesetz. Aus rechtlichen Gründen war der NVP noch ein "Parteiengehör" zugestanden worden, das sie in Form einer schriftlichen Stellungnahme abgeben sollte.

Die NVP hatte ihre Kandidatur innerhalb der Frist bis Dienstagmittag nur für den Wahlkreis 1 (Linz und Umgebung) abgegeben. In Oberösterreich sind für ein landesweites Antreten insgesamt 400 Unterstützungserklärungen notwendig, wobei in jedem der fünf Wahlkreise zumindest 80 nachgewiesen werden müssen.

Die Wahlbehörde hat vor ihrer Entscheidung bei den Sicherheitsbehörden Auskünfte über die Gruppierung, die beteiligten Personen, deren Hintergründe und Ziele eingeholt. Außerdem wurde ein verfassungsrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben. Die Bezirksverwaltungsbehörden hatten zuvor heuer bereits zwei Veranstaltungen der NVP verboten. Als sie ihre Kandidatur ankündigte, gab es wiederholte Proteste von vielen Seiten.

(apa/red)

13.8.2009 12:08
maierhofer____, 13. 08. '09 21:07
Also wirklich..
Ich komm mir langsam vor wie in Deutschland... Da sind die Staatsanwälte zu inkompetent um die NPD erfolgreich verbieten zu lassen ...(wem die NPD kein begriff ist,hier ist der aktuellste Artikel über die NPD und ihr Treiben http://www.sueddeutsche.de/politik/675/484115/text/)

Nur hier will man anscheinend nichts gegen menschlichen Abschaum unternehmen...

Patriotismus ist lobenswert - Nationalismus ist der Untergang der Gesellschaft

lg
ablaton, 13. 08. '09 12:46
Super!!
Sehr gut! Endlich eine Behörde die Rückgrat hat.
dany69, 13. 08. '09 19:33
Re: Super!!
einerseits gut, dass dieser schritt gesetzt wurde, anderseits wird damit der politisch ultrarechte bereich noch mehr in eine art grauzone gedrängt und es bleibt der schale nachgeschmack, dass sich die alteingesessenen parteien offensichtlich vor der möglichen anzahl der wählerstimmen für die nvp "gefürchtet" haben und nicht den mut aufbringen konnten in einer offiziellen wahl gegen diese randgruppe anzutreten. vielleicht sollten sich die vp und sp (ja auch diese!) daran erinnern, wie sie bis anfang der 80iger jahre des vorigen jahrhunderts um die stimmen der ehemaligen nazionalsozialisten gebuhlt haben. da waren die ewig gestrigen willkommenes "stimmvieh" und es gabe keine "berührungsängste" mit den "braunen", die zum teil höchste positionen im (beamten-)staat dafür bekleiden durften.