Die letzte Ruhe für Florian P.: Erschossener Jugendlicher wurde in Krems beigesetzt
- 100 Trauergäste nahmen an der Seelenmesse teil
Mutter: "Die haben mir den Buben weggenommen" - Kritik an den laufenden Ermittlungen immer heftiger
·Familie und Freunde nehmen Abschied
BILDER: Tiefe Trauer um erschossenen Florian P.
·Florian P.: Sein kurzes Leben, sein Tod
In NEWS spricht jetzt die Clique des Erschossenen
·Scharfe Kritik an Kremser Ermittlungen
Strafverteidiger mit Methoden "unzufrieden"
·War es jetzt doch fahrlässige Tötung?
Schüsse in Krems: Gegen
Polizisten wird ermittelt
·"Er ist einfach abgeknallt worden"
Familie von Florian P. erhebt schwere Vorwürfe

Etwa 200 Trauergäste haben in Krems von Florian P. Abschied genommen. Neben der Familie des 14-Jährigen, der am Mittwoch vergangener Woche als mutmaßlicher Einbrecher von der Polizei erschossen worden war, gaben ihm zahlreiche Jugendliche das letzte Geleit. Zuvor hatte in der Pfarrkirche Krems-Lerchenfeld die Seelenmesse stattgefunden.
In der Aufbahrungshalle klagte die Mutter, über den Sarg ihres Kindes gebeugt: "Die haben mir den Buben weggenommen." Auf dem Sarg befand sich ein Bukett mit weißen und roten Rosen, "Du warst unser alles. Wir vermissen Dich" war auf der weißen Schleife zu lesen. Rund 200 Trauergäste nahmen an der Beisetzung teil, darunter etwa 150 Jugendliche. Sie betraten vor dem Begräbnis in Gruppen die Aufbahrungshalle und standen dann während der Zeremonie stumm vor der Halle, einander an den Händen haltend.
Tiefe Trauer
Pfarrer Günter Walter sprach vor den Hinterbliebenen die Erschütterung über den Tod von Florian an, "der uns so früh entrissen wurde". Er wies darauf hin, "dass es noch einmal anders ist, wenn ein so junger Mensch plötzlich und tragisch von uns geht." Die Trauergäste hatten vor dem Begräbnis in Gruppen die Aufbahrungshalle betreten. Während der Zeremonie standen viele von ihnen stumm vor der Halle, einander an den Händen haltend, ehe sie ihrem Freund und Bekannten auf dessen letzten Weg folgten.
Etwa 100 Menschen hatten zuvor an der Seelenmesse für Florian P. teilgenommen. Neben der Familie waren auch zahlreiche Jugendliche gekommen - fast alle dunkel gekleidet. Mit zwei Co-Zelebranten und zwei Ministrantinnen hielt Pfarrer Günter Walter die Messe. Die Lesung war aus der Offenbarung Johannes gewählt, das Evangelium nach Johannes. Die Seelenmesse werde für Florian gefeiert, "den wir zu Grabe geleiten müssen", sagte der Priester. Er rief dazu auf, in die Feier betend hineinzulegen, "was wir Florian noch sagen wollten", ebenso wie die Trauer und Frustration.
Heftige Kritik an Ermittlungen
Die Menschenrechtsorganisation amnesty international, die Vereinigung der Österreichischen StrafverteidigerInnen und der Wiener Strafrechtsprofessor Helmut Fuchs taten diesbezüglich deutlich ihren Unmut kund. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien wies die Kritik "aufs Vehementeste" zurück, wie Behördensprecherin Ilse-Maria Vrabl-Sanda betonte. Es werde "sorgfältigst ermittelt, da kann sich die Bevölkerung sicher sein".
(apa/red)
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