Baufehler schuld an Wassereintritt in Albertina: Gerichtliches Nachspiel möglich
- Burghauptmann Beer: "Prozessrisiko abwägen"
- Bis Oktober erhält Bastei zusätzliche Isolierschicht

Bei der Suche nach Schäden, die den Wassereintritt in den Tiefspeicher der Albertina verursacht haben, ist die Burghauptmannschaft gemeinsam mit Sachverständigen fündig geworden. "Es handelt sich um einen Baufehler, der bei der nachträglichen Isolierung der Eindringöffnung für den Robot passiert ist", so Burghauptmann Wolfgang Beer bei einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch.
Welche der zuständigen Baufirmen für die Schäden in der Isolierung verantwortlich ist, wollte Beer nicht angeben. "Ich mache keine Schuldzuweisung, das ist nicht meine Aufgabe, sondern die eines Gerichts." Während der Untersuchungsarbeiten habe man eine gerichtliche Beweissammlung durchgeführt, die auch "weitgehend abgeschlossen" ist. Im Wirtschaftsministerium werde dann entschieden, ob es zu einer Klage kommt. "Da ist die Frage, welche Forderungen man erheben kann und wie man das Prozessrisiko abwägt", so Beer.
Albertina neu isoliert
Bis Oktober soll nun die Gesamtoberfläche der Bastei auf etwa 500 Quadratmetern bis zur Schutzbetonschicht geöffnet und durch eine zusätzliche Isolierschicht sowie eine verbesserte Drainageschicht ergänzt werden. Ob die Sammlung bis dahin in der Basteihalle bleiben kann, wo sie derzeit zwischengelagert ist, wird in den nächsten Tagen ein unabhängiges Gutachten klären. "Sollte durch die Sanierungsarbeiten auch nur das geringste Risiko für die Basteihalle entstehen, werden wir sie räumen", betonte Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, "auch für wenige Wochen".
Schon Mitte bis Ende Oktober soll der sanierte Speicher in der Albertina wieder bezugsfertig sein. Für die Sanierungsarbeiten sind Kosten von 200.000 Euro veranschlagt.
Die wertvollsten Schätze der Albertina kommen allerdings gar nicht erst in den Speicher zurück. Dürers "Feldhase", "Betende Hände" oder etwa Werke Michelangelos bleiben gemeinsam mit etwa 500 bis 1.000 weiteren Arbeiten in einem eigenen Tresor innerhalb des Hauses. "Nicht weil ich dem Depot nicht mehr traue, sondern weil eine Risikostreuung sinnvoll erscheint", so Schröder.
(apa/red)
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