Dienstag, 11. August 2009

EU-Kommissar soll sich Hearing stellen: Karas-Vorschlag auch von SPÖ aufgegriffen

  • Karas findet innerhalb der ÖVP kaum Unterstützer
  • SPÖ-Delegationsleiter Leichtfried zeigt sich angetan

Die Diskussion über den neuen EU-Kommissar geht munter weiter. Der Vorschlag des ÖVP-Europaabgeordneten Othmar Karas, künftige Kandidaten einem Hearing zu unterziehen, findet auch bei SPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Jörg Leichtfried, Gehör. Nur mit der Unterstützung in den eigenen ÖVP-Reihen schaut es nicht so rosig aus.

"Dem Karas-Plan kann man etwas abgewinnen, aber er steht in der ÖVP relativ allein da". Ziel müsse es sein, dass eine "hochqualifizierte Person" für das Amt nominiert werde, erklärte Leichtfried.

Es dürften keine parteipolitische Präferenzen im Vordergrund stehen, so Leichtfried im Gespräch mit der APA. Die ÖVP, die den Kommissars-Posten für sich reklamiert, forderte der SPÖ-Europaabgeordnete auf, "über ihren eigenen Schatten zu springen". Die Volkspartei selbst könnte einen unabhängigen, anerkannten und hochqualifizierten Vorschlag einbringen. Konkret auf Namen angesprochen winkte Leichtfried ab. Allerdings kommt der bisher als Favorit gehandelte ehemalige Vizekanzler Molterer für den SPÖ-Delegationsleiter nicht in Frage. "Molterer hat sich in der Spekulationsgeschichte rund um die Bundesfinanzierungsagentur nicht gerade mit Vorschusslorbeeren bedeckt".

Faymanns Haltung
Ob er über die Haltung der SPÖ glücklich ist, nachdem vor Monaten schon Bundeskanzler Faymann der ÖVP den Posten praktisch versprochen hatte, wollte Leichtfried lediglich damit beantworten, dass "Glück keine politische Kategorie ist". Er habe mit Faymann gesprochen, doch werde er über die Gesprächsinhalte nichts sagen.

Es müsste jetzt darum gehen, auf die ÖVP einzuwirken, dass jetzt einmal abgewartet wird, wer nun tatsächlich Kommissionspräsident wird. Dann werde der neue EU-Kommissionspräsident seine Vorschläge machen, ob eine Frau oder ein Mann bevorzugt werde und welches Portfolio Österreich erhalte. "Derzeit wird die Diskussion sehr voreilig geführt".

(apa/red)

11.8.2009 12:38
Sensor, 31. 08. '09 11:59
Die Unfähigen spielen "Regierung", die Fähigen halten das Land in Schwung!
Österreich hat derzeit an der Regierungskuppe nur Schwächlinge bzw. Wichtigtuer, die keine Befähigung für ihr Amt haben, geschweige denn für die EU. Die EU soll sich hüten, sich selber durch Aufnahme von Blindgängern zu schwächen. Österreich hat derzeit leider keinen zweiten "Fischler".
Woppo, 16. 08. '09 01:45
Karas hat doch bisher vor der Wahl groß den Mund aufgerissen
und dann hat man nichts von ihn mehr gehört,vorweisen kann er nur das er der Schwiegersohn vom Waldheim ist . Traurig ist nur ,das die ÖVP Granden da mitspielen ,um Josef Pröll zu schaden,da sie ihm keinen Erfolg gönnen,um von ihrerm Mißerfolgen abzuleiten !
Sensor, 11. 08. '09 18:52
Karas und Leichtfried haben völlig Recht!!!
Das wäre ganz im Sinne der aufgeblasenen aber unbedarften Partei-Wichtigtuer ein gut dotiertes Amt ohne die dazu nötigen Kenntnisse zu bekommen.
Sie fürchten sich vor einem Hearing, weil dabei die Blindgänger vor dem großen Forum sofort auffallen.
Molterer war schon als Finanzminister unfähig, warum sollte er als Statist für Österreich auf der EU-Bühne stehen. Das gilt auch für Andere. Weder die ÖVP noch die SPÖ und die anderen Parteien haben einen "zweiten Fischler". Man soll sich einen wirklichen Könner suchen! In den Partei-Glashäusern werden solche meist nicht gezüchtet.