Grazerin erstickte Säugling nach Geburt:
Eltern und Kindsvater vermutlich ahnungslos
- Polizei: "Eltern waren selbst vor den Kopf gestoßen"
- 22-Jährige kann noch nicht einvernommen werden

Im Fall der in Graz bekanntgewordenen Kindstötung wurden die Ermittlungen fortgesetzt. Die in Verdacht stehende 22-Jährige kann aufgrund ihres schlechten psychischen Zustands erst in einigen Tagen befragt werden. Ihre im gleichen Haushalt wohnenden Eltern sowie jene des Kindsvaters beteuerten, dass sie von der Schwangerschaft nicht gewusst hätten.
Wie Chefermittler Anton Kiesl nach den Einvernahmen der Eltern sagte, hätten diese glaubhaft versichert, von der Schwangerschaft ihrer Tochter "keine Ahnung" gehabt zu haben: "Sie waren selbst wie vor den Kopf gestoßen". Die Blutspuren im Bad der im Dachgeschoß des elterlichen Wohnhauses in Graz-Andritz gelegenen Kleinwohnung der jungen Frau hätten sie zwar beseitigt, allerdings seien sie von anderen Umständen ausgegangen und hätten schlimmstenfalls mit einem Abortus gerechnet, so der Ermittler.
Ärzte alamierten Polizei
Erst nach Einlieferung ins Krankenhaus und Untersuchung der jungen Frau sei ja der Verdacht aufgekommen, die 22-Jährige könnte eine Lebendgeburt gehabt haben. Die darauffolgende Information seitens des Spitals und die damit ausgelöste Suche hatte dann zur Auffindung des erstickten Säuglings geführt.
Die Einvernahme des etwa gleichaltrigen Kindsvaters dauert noch an. Bisher hatte der Student, der nicht mit der Kindsmutter zusammenlebte, ebenfalls angegeben, nichts von der Schwangerschaft gewusst zu haben. Die Befragung der 22-Jährigen könnte "erst in Tagen, möglicherweise erst in Wochen" erfolgen, so Ermittlungsleiter Kiesl. Die junge Frau befinde sich im LKH in psychologischer Behandlung.
(apa/red)
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