Blaue Augen und vier Securities: Was die ganze Sache um Markus Rogan beweist
- Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis
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Was die ganze Sache um Rogans blaues Auge beweist? Dass Markus Rogan ein echter Star ist. Mirna Jukic und ihre Medaille? Interessiert niemanden mehr. Obwohl sportlich untergegangen wie ein Stahlanker, schwimmt Rogans Beulengesicht inklusive Dackelblick in allen Schlagzeilen obenauf. So unfair ist das Leben. Stephan Eberharter kann ein Lied davon singen
Weil zu Rogan hat jeder eine Meinung und ein Bild im Kopf: wie Rogan in die Disco kam. Wie er sich mit den Securities (möglicherweise) anlegte. Zurückmaulte und dafür auch eine auf selbiges bekam. Weil jeder sich vorstellen kann, wie Rogan nervt. Weil Rogan einfach zu schlau, eloquent und goschert für einen Sportler ist. Und? Wieso eigentlich nicht? Die Welt ist überfüllt von Angepassten.
Viele, die Rogan jetzt nicht nur das blaue Auge, sondern auch den Absturz wünschen, vergessen, dass ohne Rogan der Schwimmsport am Beckenrand der medialen Aufmerksamkeit dahindümpeln würde. Rogan ist wie Thomas Muster. Er verweigert sich den österreichischen Mechanismen. Die von einer Sportikone vor allem eines fordern: Unterordnung.
Heimfahren Rausch ausschlafen.
Der einzige Vorwurf, den man Rogan machen kann, ist jener, dass er einfach nicht den Mund gehalten hat. Er hätte die Sache so regeln müssen, wie sie hundertfach am Samstagabend in den Discos dieser Welt geregelt wird: heimfahren und Rausch ausschlafen. Und wenn man gefragt wird, woher das blaue Auge kommt dann einfach erzählen, man sei von der Vespa gefallen. Oder aber man holt gleich die Polizei. Beides hat er verabsäumt.
Was soll jetzt eine Klage ohne Zeugen bringen? Noch dazu in Italien. Rogan sollte sich mit den Disco-Menschen an einen Tisch setzen, die Sache ausreden und dann warten, bis der Sturm sich gelegt hat. Weil das Problem bei Prozessen ist: Sie dauern lang, und am Ende kann man sie auch verlieren. Im Fall von Rogan wäre es etwas, das eine Marke wie er am dringendsten braucht: Glaubwürdigkeit.
