Freitag, 7. August 2009

RHJ lässt sich nicht so leicht abschütteln:
Investor will Angebot für Opel nachbessern

  • Lizenzgebühren für Patentnutzung bleibt umstritten
  • Heute Durchbruch bei Verhandlungen zu erwarten?

RHJ steht unter Zugzwang: Nachdem sich Magna im Poker um Opel in den letzten Tagen einen klaren Vorsprung erarbeiten konnte, setzt der belgische Finanzinvestor nun zur Aufholjagd an. RHJ will sein Kaufangebot für Opel nachbessern. "Wir könnten mit weniger als 3,8 Milliarden Euro Staatskredit auskommen", richten Unterhändler von RHJ aus. Voraussetzung dafür sei, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) von RHJ dieselben Lizenzgebühren für die Patentnutzung fordere wie von Magna. Dies wären 3,25 statt bisher 3,5 Prozent vom Kaufpreis eines Autos.

Das Patt zwischen GM und Magna löse in der Opel-Treuhandgesellschaft Besorgnis aus. "Wenn Deutschland und GM sich nicht auf Magna einigen können, dann müssen wir nach Alternativen suchen", sagte ein Mitglied des Treuhandbeirats der "FAZ". Denkbar sei dann auch ein Verkauf an RHJ, obwohl Bund und Länder dies bisher ablehnen. Die für die Sanierung von Opel benötigten Staatskredite müssten dann aus Amerika und anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten kommen - statt wie geplant aus Deutschland.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden von GM und Magna wollen heute über die offenen Punkte verhandeln. Ob es zu einem Durchbruch und dem Zuschlag für Magna komme, sei aber offen. Grund dafür sei vor allem eine neue Forderung von GM: Die Amerikaner, die mit 35 Prozent an Opel beteiligt bleiben, wollten eine Garantie, dass ihr Anteil nicht unter 20 Prozent sinkt. Dies solle auch dann gelten, wenn Opel zur Finanzierung neue Aktien ausgibt und GM keine dieser Aktien erwirbt.
(apa/red)

7.8.2009 09:25