Montag, 3. August 2009

Schlammschlacht nach AUA-Deal: ÖVP und Lauda schieben sich gegenseitig Schuld zu

  • ÖVP: Airliner Lauda als Mitverschulder der AUA-Krise
  • Niki Lauda: Kopf habe "anscheinend keine Ahnung"

Der AUA-Deal schlägt im Nachhinein hohe Wellen. Nach Niki Laudas Vorwurf, es wäre keine Kunst eine Airline zu verschenken, fühlte sich die ÖVP angegriffen und bezeichnete Lauda als Mitverursacher der Krise des Unternehmens. Nun geht der Schlagabtausch in die nächste Runde. Lauda wehrt sich: Klubobmann Kopf habe "anscheinend keine Ahnung".

Lauda wehrt sich gegen Vorwürfe der ÖVP, seine Kritik an ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll im Zusammenhang mit dem AUA-Verkauf an die Lufthansa sei übertrieben. "Ich verstehe die Aufregung des VP-Klubobmanns Karlheinz Kopf nicht", so Niki Lauda zur Zeitung "Österreich": "Ich habe nur kritisiert, dass Pröll den Verkauf an die Lufthansa als Erfolg verkauft und das stimmt einfach nicht. Da hat er sich unglücklich ausgedrückt. Es ist keine Kunst, eine Airline zu verschenken und dann noch 500 Millionen Euro dazuzugeben. Das ist für mich die Wahrheit."

Lauda als Mitverschulder?
Kopf hatte eine KPMG-Studie, wonach die Lauda Air im Jahr 2000 mit 1,1 Mrd. Euro mehr Verluste gemacht als er zugegeben habe. Dazu Niki Lauda: "Herr Kopf hat anscheinend keine Ahnung, wie man diese Studie liest. Diese Zahl ist absolut absurd und falsch. Aber ich kann ihn beruhigen: Die Zahl bezieht sich auf die Flugzeugfinanzierungen, diese Flugzeuge sind ja heute noch im Einsatz. Das ist also kein Verlust. Und im Übrigen ist die AUA damals dreimal so negativ geflogen wie die Lauda Air", antwortet der Airliner.

Der VP-Klubobmann hatte am Sonntag in einer Aussendung gemeint, 1999/2000 sei die Lauda Air sozusagen "am Ende" gewesen, die AUA übernahm dann letztlich das Unternehmen zur Gänze. Damals, so Kopf, sei der Substanzwert der Lauda Air bei Null gewesen, "sie hatte rund 600 Millionen Euro Schulden." Und "Die AUA würde heute wesentlich besser dastehen, hätte sie nicht 2001/2002 die Lauda Air übernommen."

Die EU-Kommission hat wie berichtet am Freitagabend informell grünes Licht für die AUA-Übernahme durch Lufthansa gegeben.

(apa/red)

3.8.2009 09:53
hary1965, 03. 08. '09 11:20
Beunruhigend
Das Verhalten unserer Politiker ist wahrlich beruhigent, es fehlt völliges Verantwortungsbewußstsein, mag sein das die AUA ohne Lauda Air heute besser dastehen würde, aber Faktum ist die AUA hat die LAUDA AIR übernohmen und die Konzequenzen zu tragen. Politiker haben sich ständig in Unternehmen gemischt um Vorteile daraus zu ziehen und bei der Übernahme von Verantwortung reagiert wie trotzige Teenager, weil der andere so tut tue ich auch, hätte ich nicht wäre nicht es so , immer ist der andere Schuld. Pröll versucht allen Ernstes den Bürger weis zu machen der Deal wäre sehr postiv verlaufen, und gut für Österreich. Eine Fluglinie zu verschenken mit 500 Mio Steuergeld als Mitgift durch völlige Unfähigkeit darüber soll sich der Wähler den Kopf zerbrechen.
Ferdiburli, 03. 08. '09 09:05
Lauda hat recht
Würden die Manager mit ihrem Privatvermögen haften müssen , wären sie erfolgreicher. Was wieder einmal beweist: "Angst" kann motivierend sein.
Die AUA war ja schon immer ein schlamperter Haufen, allein wenn ich an die Anzahl der Gepäcksverluste denke. Da waren wir glaube ich europaweit an vorletzter Stelle.
Wie dem auch sei, mehr Disziplin und mehr persönliche Verbindlichkeit - und diese Schande wäre der Republik erspart geblieben!