Schlammschlacht nach AUA-Deal: ÖVP und Lauda schieben sich gegenseitig Schuld zu
- ÖVP: Airliner Lauda als Mitverschulder der AUA-Krise
- Niki Lauda: Kopf habe "anscheinend keine Ahnung"

·"Keine Kunst, Airline zu verschenken"
Niki Lauda lässt kein gutes Haar am AUA-Deal
·Lufthansa setzt
zum Landeanflug an
EU-Kommission: Grünes Licht für AUA-Verkauf
·Ende der Reise unter
rot-weiß-roten Flügeln
KLICKEN Sie sich durch
die Geschichte der AUA
·AUA verabschiedet
sich mit Megaverlust
Nettoverlust für 2008
betrug 429,5 Mio. Euro
·Lufthansa erarbeitet Milliardensparpaket
Drastischer Sparkurs
des deutschen Kranichs
Der AUA-Deal schlägt im Nachhinein hohe Wellen. Nach Niki Laudas Vorwurf, es wäre keine Kunst eine Airline zu verschenken, fühlte sich die ÖVP angegriffen und bezeichnete Lauda als Mitverursacher der Krise des Unternehmens. Nun geht der Schlagabtausch in die nächste Runde. Lauda wehrt sich: Klubobmann Kopf habe "anscheinend keine Ahnung".
Lauda wehrt sich gegen Vorwürfe der ÖVP, seine Kritik an ÖVP-Chef Finanzminister Josef Pröll im Zusammenhang mit dem AUA-Verkauf an die Lufthansa sei übertrieben. "Ich verstehe die Aufregung des VP-Klubobmanns Karlheinz Kopf nicht", so Niki Lauda zur Zeitung "Österreich": "Ich habe nur kritisiert, dass Pröll den Verkauf an die Lufthansa als Erfolg verkauft und das stimmt einfach nicht. Da hat er sich unglücklich ausgedrückt. Es ist keine Kunst, eine Airline zu verschenken und dann noch 500 Millionen Euro dazuzugeben. Das ist für mich die Wahrheit."
Lauda als Mitverschulder?
Kopf hatte eine KPMG-Studie, wonach die Lauda Air im Jahr 2000 mit 1,1 Mrd. Euro mehr Verluste gemacht als er zugegeben habe. Dazu Niki Lauda: "Herr Kopf hat anscheinend keine Ahnung, wie man diese Studie liest. Diese Zahl ist absolut absurd und falsch. Aber ich kann ihn beruhigen: Die Zahl bezieht sich auf die Flugzeugfinanzierungen, diese Flugzeuge sind ja heute noch im Einsatz. Das ist also kein Verlust. Und im Übrigen ist die AUA damals dreimal so negativ geflogen wie die Lauda Air", antwortet der Airliner.
Der VP-Klubobmann hatte am Sonntag in einer Aussendung gemeint, 1999/2000 sei die Lauda Air sozusagen "am Ende" gewesen, die AUA übernahm dann letztlich das Unternehmen zur Gänze. Damals, so Kopf, sei der Substanzwert der Lauda Air bei Null gewesen, "sie hatte rund 600 Millionen Euro Schulden." Und "Die AUA würde heute wesentlich besser dastehen, hätte sie nicht 2001/2002 die Lauda Air übernommen."
Die EU-Kommission hat wie berichtet am Freitagabend informell grünes Licht für die AUA-Übernahme durch Lufthansa gegeben.
(apa/red)

