Bella Italia steht auf österreichische Beine: ÖFB-Kicker sind in Italien sehr gefragt
- Topligen des Weltmeisters als "Boom-Destination"
- Legionäre: Deutsche Bundesliga Top-Arbeitgeber

Der große Italien-Transfer ist bisher weder Marko Arnautovic noch Marc Janko gelungen. Rapid-Stürmer Erwin Hoffer wechselte für die österreichische Rekordsumme von 5 Millionen Euro zum SSC Napoli und führt nun die Abordnung österreichischer Auslands-Fußballer in Italien an. Neo-Legionär Hoffer liegt damit voll im Trend, denn die Ligen des Weltmeisters bauen auf zahlreiche österreichische Kicker.
Insgesamt neun Österreicher verdienen in den beiden italienischen Topligen ihr Geld. Juve-Ersatzgoalie Alexander Manninger, Atalanta-Rechtsverteidiger György Garics und Hoffer verdingten sich bei Serie-A-Vereinen. Das restliche halbe Dutzend spielt in der zweitklassigen Serie B: Jürgen Säumel stieg mit Torino in der vergangenen Saison ab, sein Ex-Sturm-Mannschaftskamerad Marko Stankovic spielt nun bei Triestina. Thomas Pichlmann stürmt für Grosseto, Daniel Wolf ist für Piacenza im Einsatz. Dieter Elsneg und Robert Gucher, zwei junge Spieler aus der GAK-Akademie, heuerten in der vergangenen Saison bei Frosinone Calcio an.
Arnautovic, der seit Wochen mit Inter Mailand in Verbindung gebracht wird, und der zuletzt in Salzburg unglückliche Janko, dem Verbindungen zum AC Milan nachgesagt werden, könnten die österreichische Kolonie in Italien noch verstärken. Die deutsche Bundesliga bleibt jedoch der traditionell größte Arbeitgeber für heimische Fußballer. Acht Österreicher spielen in der Topliga des nordwestlichen Nachbarn.
Österreichs neuester Beitrag zur deutschen Topliga ist Andreas Ivanschitz. Der ehemalige Teamkapitän wechselte nach einem verkorksten Griechenland-Gastspiel bei Panathinaikos zum Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05. Tormann Michael Langer stieg mit dem SC Freiburg auf, wird es in der Bundesliga aber schwer haben, auf Einsätze zu kommen. Ümit Korkmaz möchte in Frankfurt nach einer Saison voller Verletzungen durchstarten. Sebastian Prödl und Martin Harnik verdienen bei Werder Bremen ihr Geld, Andreas Ibertsberger und Ramazan Özcan in Hoffenheim. Der Ex-Mattersburger Christian Fuchs überraschte in Bochum schon in der vergangenen Saison mit starken Leistungen.
Österreichs Abordnung in Griechenland ist unterdessen stark geschrumpft. Der ehemalige AEK-Goalie Jürgen Macho befindet sich auf Vereinssuche, Gernot Plassnegger wechselte zur Admira. Einzig Xanthi-Tormann Michael Gspurning und Ergotelis-Verteidiger Mario Hieblinger spielen noch in der Wiege des Abendlandes. Einsam ist auch Paul Scharner in der englischen Premier League. Nachdem Emanuel Pogatetz mit Middlesbrough abgestiegen ist, bleibt der Wigan-Kicker Österreichs einziger Beitrag zu Englands Spitzenliga.
Auslands-Dauerbrenner sind auch der wieder nach Braga zurückgekehrte Stürmer Roland Linz und Spartak-Moskau-Verteidiger Martin Stranzl. Einige Österreicher versuchen sich an eher exotischen Orten. Kapfenberg-Kapitän Dominique Taboga erlag dem Lockruf aus Tromsö. Das ÖFB-Trio Bartolomej Kuru, Cemil Tosun und Markus Seelaus spielt in der kommenden Saison beim slowakischen Erstligisten Dunajska Streda.
(apa/red)
