Freitag, 7. August 2009

Englisches Hammerlos für Rapid Wien:
Österreichs Vizemeister erhält Aston Villa

  • EL-Quali: Austria Wien gegen Metallurg Donezk
  • Sturm Graz hat Metallist Charkiw als Quali-Hürde

Die in Nyon vorgenommene Auslosung der vierten und letzten Qualifikationsrunde für die Fußball-Europa-League hat den österreichischen Clubs ein Duell mit einem Spitzenclub aus der englischen Fußball-Premier-League und ein Kräftemessen mit zwei ukrainischen Clubs beschert. Rapid bekommt es mit Aston Villa zu tun, die Austria trifft auf Metallurg Donezk und Sturm Graz kämpft gegen Metallist Charkiw um den Einzug in die Gruppenphase. Spieltermine sind der 20. bzw. 27. August.

Für Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl sind die Rollen in diesem Duell klar verteilt, und das nicht nur, weil bisher kein österreichischer Vertreter gegen einen englischen Verein den Aufstieg schaffte. "Aston Villa ist ein absoluter Top-Club mit vielen bekannten Spielern. Wir brauchen zwei Top-Tage, um eine Sensation zu schaffen", erklärte der Tiroler, der davon ausgeht, "dass uns Aston Villa unterschätzen wird".

Rapid-Heimspiel im großen Happel-Oval
Das Heimspiel am 20. August wird mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit im Hanappi-Stadion und nicht im Happel-Oval ausgetragen. "Da ist der Heimvorteil für uns deutlich größer", sagte Hörtnagl.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann sich Rapid über das Kräftemessen mit dem siebenfachen englischen Meister aus Birmingham wohl nicht beklagen, sportlich hätten es die Hütteldorfer aber besser erwischen können. Gemäß der vor der Auslosung vorgenommenen Gruppeneinteilung wären noch Odense, Sparta Prag, Steaua Bukarest und Zenit St. Petersburg mögliche Kontrahenten gewesen. "Aber darüber zu spekulieren bringt nichts, wir müssen es sowieso so nehmen, wie es gekommen ist", meinte Hörtnagl.

"Stärker als Novi Sad"
"Dieser Gegner ist sicher um nichts schwächer als Vojodina Novi Sad, eher stärker", meinte Austria-Trainer Karl Daxbacher in einer ersten Reaktion über Metallurg Donezk. Die Weißblauen aus der ostukrainischen Stadt Donezk, die mit 1,1 Mio. Einwohnern die fünftgrößte des Landes ist, haben sich in den ersten vier Matches der Qualifikation gegen MTZ Minsk (3:0/h, 2:1/a) und Interblock Laibach (2:0/h, 3:0/a) souverän mit vier Siegen und 10:1 Tore behauptet.

Von einer machbaren Aufgabe gegen einen abermals schwierigen Gegner sprach Austrias Sportvorstand Thomas Parits. "Dass das zweite Spiel bei uns stattfindet, habe ich mir gewünscht", sagte der Burgenländer und Daxbacher fügte hinzu: "Wie wichtig der Heimvorteil in der zweiten Partie ist, hat das Duell mit Vojvodina deutlich vor Augen geführt." Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer dankte Gott, das Rückspiel daheim zu haben. Als Wermutstropfen führte er die kostspielige, weil weite Reise an.

"Dieselbe Qualität wie der HSV"
"Vom Namen her ist Charkiw nicht so ein attraktiver Name wie der HSV, hat aber sicher dieselbe Qualität wie die Hamburger. In der abgelaufenen Saison haben sie ja ihre UEFA-Cup-Gruppe gewonnen und dann auch noch Sampdoria Genua mit zwei Siegen ausgeschaltet. Das ist also kein leichter Gegner, doch einen solchen gab es für uns bei der Auslosung ohnehin nicht mehr", analysierte Sturm-Coach Franco Foda den nächsten Gegner.

Der Dritte der abgelaufenen ukrainischen Meisterschaft war im März dieses Jahres erst im UEFA-Cup-Achtelfinale gescheitert. Gegen den Premjer-Liga-Rivalen und späteren Meister Dynamo Kiew gewann Charkiw zwar das Rückspiel vor eigenem Publikum 3:2, da das Hinspiel aber 0:1 verloren worden war, stieg Kiew aufgrund der Auswärtstorregel auf. Dynamo traf dann im Halbfinale erneut auf einen ukrainischen Rivalen, den späteren UEFA-Cup-Sieger Schachtjor Donzek - ein weiterer klarer Beweis, wie stark die Clubs aus der ehemaligen Sowjet-Republik sind.

(apa/red)

7.8.2009 16:20