Freitag, 7. August 2009

Gereizte Stimmung in Salzburg: "Marc da,
Marc dort - lasst Janko endlich in Ruhe"

  • Trainer Stevens und Goalgetter reagieren genervt
  • PLUS: Kritik von Dietmar Kühbauer an Marc Janko

Die fulminanten 39 Liga-Treffer der vergangenen Saison haben Marc Janko ins Zentrum des nationalen Scheinwerferlichts gehievt. Das große öffentliche Interesse samt Transfergerüchten rund um den Goalgetter sorgt jedoch mittlerweile unter Spielern sowie bei seinem Arbeitgeber Red Bull Salzburg für Ärger und Genervtheit.

Für Salzburg-Coach Huub Stevens steht fest, dass die Medien für den großen Druck auf Jankos Schultern verantwortlich sind. "Marc da, Marc dort. Lasst Marc endlich in Ruhe", appellierte Stevens. Der Niederländer hat jedoch mit seiner Maßnahme, den amtierenden Torschützenkönig auf die Ersatzbank zu verbannen, ebenfalls Öl ins Feuer gegossen. Stevens beteuert jedoch, weiterhin voll auf den 26-Jährigen zu setzen. "Er hat meine totale Unterstützung."

Bei Janko, der gegen den LASK als Joker seinen ersten Saisontreffer erzielte, ist die Unzufriedenheit über die aktuelle Situation jedoch nicht zu überhören. "Freuen tut mich das nicht, wenn ich Woche für Woche sehen muss, dass ich nicht von Anfang an spiele. Das ist keine befriedigende Situation für mich. Ich habe den Anspruch, Stammspieler zu sein, alles andere wäre fehl am Platz."

Jubel mit Botschaft
Jankos Erklärung, warum er aktuell nur Stürmer Nummer zwei hinter Alexander Zickler ist, lautet: "Ich probiere, dem zu entsprechen, was sich der Trainer vorstellt. Aber bisher reicht es noch nicht." Umso besser fühlte sich der Treffer gegen den LASK an, den er mit beiden Händen hinter den Ohren feierte und damit unmissverständlich seine Kritiker grüßte. "Die Leute, die an mir gezweifelt und die mich kritisiert haben, sollen das ruhig weitermachen."

Logischerweise heizt die aktuelle Lage neuerlich die Transfergerüchte an, in den vergangenen Tagen wurde Janko wieder einmal mit italienischen Serie-A- und englischen Premier-League-Vereinen in Verbindung gebracht. "Momentan habe ich keine Wechselabsichten. Aber wenn die Situation so bleibt, dann muss ich mir Gedanken machen", erklärte Janko, dessen Vertrag in Salzburg bis 2011 läuft.

Kritik von Kühbauer
Ursprünglich war Janko für die Sky-Gesprächsrunde "Talk und Tore" eingeladen gewesen, der Offensivspieler sagte die Reise nach Wien jedoch ab. Dort ließ dann Sky-Experte Dietmar Kühbauer kein gutes Haar an Janko und warf ihm vor, viel zu sensibel für die größere Fußball-Welt zu sein. "Sobald man Janko ein bisschen schärfer angreift, ist er sofort eingeschnappt. Sollte sein Weg ins Ausland führen, wäre die Luft dort noch dünner. Und dort müsste er sich dann noch viel mehr Journalisten stellen. Eingeschnappt zu sein, wäre dann sicher kein guter Weg für ihn."

(apa/red)

7.8.2009 14:34