Montag, 3. August 2009

Lob von allen Seiten für Hattrick-Schützen: Trimmel der neue Stern am Fußball-Himmel

  • "Hätte mir das nicht im Traum vorstellen können"
  • Plus: Nur der große Hans Krankl traf noch schneller

Kurz vor dem Anpfiff zum Bundesliga-Match gegen Austria Kärnten hatten die Rapid-Fans im Hanappi-Stadion den scheidenden Erwin Hoffer mit stehenden Ovationen verabschiedet, knappe zwei Stunden später war mit Christopher Trimmel schon ein neuer Liebling gefunden. Der 22-Jährige hatte davor drei Treffer erzielt, ein Tor vorbereitet sowie einen Elfmeter und einen Ausschluss herausgeholt und damit fast im Alleingang für das 5:1 gegen die Klagenfurter gesorgt.

Unmittelbar nach Spielende bekam Trimmel zwar von Trainer Peter Pacult wie in der Vergangenheit auch Christopher Drazan, Yasin Pehlivan und Hoffer ein Interviewverbot auferlegt, am Tag danach durfte er aber seine Freude öffentlich kundtun. "Es ist einfach nur ein Super-Gefühl. Nicht im Traum hätte ich mir vorstellen können, dass mir so etwas gelingt", erklärte der Burgenländer, der sein Liga-Debüt am 5. April ausgerechnet gegen Austria Kärnten gegeben hatte.

Exakt 6:12 Minuten benötigte Trimmel zwischen der 85. und 91. Minute für seinen lupenreinen Hattrick, den zweitschnellsten in der Bundesliga-Geschichte. Nur Hans Krankl hatte das Dauerfeuer noch intensiver eingestellt, als er am 22. Juni 1977 beim 11:1 gegen den GAK innerhalb von gut drei Minuten (58., 59., 61.) dreimal für die Hütteldorfer traf.

Vergleiche mit dem "Jahrhundert-Rapidler" lehnt Trimmel, dessen Dreierpack seine ersten Bundesliga-Tore bedeuteten, aber ebenso ab wie mit Hoffer. "Ich habe nicht im Hinterkopf, dass ich Hoffers Nachfolge antreten könnte. Ich möchte einfach immer nur das Beste für Rapid geben", beteuerte der Offensivspieler.

Eher Flügelspieler als Stürmer
Bei Pacult ist Trimmel ohnehin wohl eher als Flügelspieler denn als Stürmer vorgesehen. "Mir taugen beide Positionen. Durch meine Schnelligkeit kommt mir ein Einsatz am Flügel aber sicher entgegen", sagte der 22-Jährige.

Trimmel wechselte erst vor einem Jahr auf Empfehlung von Rapid-Chefscout Fritz Riedmüller vom burgenländischen Landesliga-Club ASK Horitschon zu den grünweißen Amateuren, davor hatte er ein Angebot von Mattersburg ausgeschlagen. Ähnlich wie Ümit Korkmaz ging Trimmel nicht den für einen künftigen Profi üblichen Weg über Nachwuchsakademien. "Ich war gerade einmal zwei Wochen im BNZ Burgenland", erklärte Sport-Student Trimmel. "Derzeit ist mein Studium auf Eis gelegt. Ich will mich voll auf den Fußball konzentrieren."

Trainer Pacult hält große Stücke auf seinen aufstrebenden Kicker. "Er hat eine Grundschnelligkeit, das ist im heutigen Fußball sehr wichtig, und ein gutes Kopfballspiel. Und er traut sich in Eins-zu-Eins-Situationen zu gehen", sagte der 49-Jährige und bezeichnete Trimmel als "vernünftigen Burschen". Für Kapitän Steffen Hofmann ist der Burgenländer "ein ruhiger Kerl, der Gas gibt". Der Glanzauftritt Trimmels kam für den Deutschen nicht überraschend. "Dass er so etwas kann, hat man schon vorher gesehen. Aber es ist ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass er bis vor einem Jahr noch zwei-oder dreimal pro Woche trainiert hat."

(apa/red)

3.8.2009 14:05
antikapitalist, 03. 08. '09 20:21
ich bin absolut kein rapid fan,
aber alle achtung vor pacult!!!rein ins kalte wasser mit unseren talenten,die wir zweifelsohne haben!!!und raus mit zweit und drittklassigen legionären!!