Ausschluss wegen "Disziplinlosigkeiten": Österreich im Davis Cup ohne Daniel Köllerer
- Schaller: "Er hat seine Nerven noch nicht im Griff"
- Heimische Nummer 2 zeigt sich "schwer enttäuscht"

"Crazy Dani" vergisst mal wieder seine Manieren. Der für seine Eskapaden berüchtigte Oberösterreicher Daniel Köllerer ist wider Erwarten doch nicht für das Davis-Cup-Weltgruppen-Play-off gegen Chile einberufen worden. Wie der Österreichische Tennis-Verband mitteilte, habe sich die heimische Nummer 2 in der Vorwoche beim ATP-Turnier in Umag "wieder Disziplinlosigkeiten" geleistet und sich dadurch selbst um die Nominierung gebracht.
Das ÖTV-Team für den Länderkampf vom 18. bis 20. September bilden damit Jürgen Melzer, Stefan Koubek, Alexander Peya und Doppel-Spezialist Julian Knowle. Laut ÖTV-Davis-Cup-Kapitän Gilbert Schaller sei der 25-jährige Köllerer in Umag erneut negativ aufgefallen. "Wir hatten vereinbart, dass er sich den Teammitgliedern gegenüber ohne Provokationen verhält. Doch das hat er im Doppel von Umag, wo er in der ersten Runde mit dem Belgier Christophe Rochus gegen Knowle und Melzer gespielt hat, nicht eingehalten. Das hat mir gezeigt, dass er seine Nerven noch nicht im Griff hat und er für die schwere Aufgabe in Chile nicht bereit ist", so Schaller.
Köllerer habe sich derart schlecht benommen, dass sich sein Coach, sein Mentalbetreuer und sein Doppelpartner nach Spielende bei Melzer und Knowle dafür entschuldigt hätten. Schaller vertraut damit auch in Rancagua jener Mannschaft, die Anfang März gegen Deutschland in Garmisch-Partenkirchen mit 2:3 verloren hat.
Köllerer "schwer enttäuscht"
Köllerer reagierte mit Missfallen auf die neuerliche Nichtberücksichtigung. "Ich bin schwer enttäuscht, vor allem aufgrund meiner starken Leistungen in den letzten Monaten. Ich werde mir gemeinsam mit meinem Manager die Zukunft, was Österreich betrifft, genau überlegen", betonte der 25-jährige Oberösterreicher.
Köllerers Manager Manfred Nareyka zeigte ebenfalls keinerlei Verständnis für das Vorgehen des ÖTV. "Es ist völlig unverständlich, dass man auf die Nummer zwei und einen der besten Sandplatzspieler auf Höhenlage verzichtet. Ich bin mir sicher, das werden andere Sportler und die Fans nicht verstehen", sagte Nareyka. Die Vorfälle in Umag habe es zwar gegeben, als Profisportler müssten Melzer und Knowle aber über persönliche Animositäten hinweggesehen.
(apa/red)
