Neuer Anschlag auf Ferieninsel Mallorca:
Vier Bomben in Haupstadt Palma explodiert
- Terror-Organisation ETA hatte Attentate angekündigt
- Bei Detonationen kamen keine Menschen zu Schaden
Orte zuvor von Polizei evakuiert und abgeriegelt

Neuer Schock für die Urlauber auf Mallorca: Zehn Tage nach dem Mordattentat auf zwei Polizisten hat die baskische Terrororganisation ETA neue Bombenanschläge auf der spanischen Ferieninsel verübt. In der Hauptstadt Palma explodierten gleich vier Sprengsätze innerhalb weniger Stunden. Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt, es entstand auch nur geringer Sachschaden. Vor den Detonationen hatte ein Anrufer im Namen der ETA eine telefonische Warnung durchgegeben. Sicherheitskräfte räumten die betroffenen Gebäude und riegelten die Umgebung ab.
Die beiden ersten Bomben detonierten in Portixol, einer Urlauberhochburg am Rande von Palma. Sie hatten nur geringe Sprengkraft und richteten kaum nennenswerte Schäden an. Der erste Sprengsatz explodierte in einem Szene-Restaurant. Er war in einem Rucksack deponiert, den die Terroristen in der Damen-Toilette des Lokals versteckt hatten. Das Lokal liegt auf dem Weg zwischen der Innenstadt von Palma und dem Flughafen von Mallorca. Nicht weit davon entfernt befinden sich der See- und der Yacht-Hafen von Palma.
Etwa zwei Stunden später explodierte in einem anderen Restaurant in etwa 500 Meter Entfernung eine zweite Bombe. Der dritte Sprengsatz ging am Abend in der Innenstadt von Palma in einem unterirdischen Einkaufszentrum unterhalb des Platzes Plaza Mayor hoch.
Schock für Tourismus
Obwohl bei den Anschlägen keine größeren Schäden entstanden, bedeuteten sie einen Schock für den Tourismus auf Mallorca. Allerdings glauben Tourismus-Experten nicht, dass die Reisebranche kurzfristige Einbußen fürchten muss. "Ich denke, das (die Anschläge) allein wird jetzt noch nicht dazu führen, dass morgen der Buchungsstrom nach Mallorca abbricht", sagte Karl Born, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Harz in Wernigerode.
Die ETA ("Euskadi ta Askatasuna", Baskenland und Freiheit) kämpft im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Baskenstaat. Dabei sind mehr als 800 Menschen getötet worden. In der Bevölkerung verlieren die Extremisten zunehmend an Rückhalt. Experten zufolge versucht die ETA zu beweisen, dass sie trotz der Festnahme zahlreicher Führungskader immer noch schlagkräftig ist. Im April war der Militärchef der Separatisten, Jurdan Martitegi, festgenommen worden. Im Juni und Juli wurden in einem Zeitraum von drei Wochen 18 weitere mutmaßliche Mitglieder gefasst. (apa/red)
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