Donnerstag, 6. August 2009

30 Tote im Vorfeld der Präsidentenwahlen:
Schwere Anschläge wüten über Afghanistan

  • 21 Opfer alleine bei Sprengstoffanschlag auf Hochzeit

Zwei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan sind bei Anschlägen fast 30 Menschen getötet worden. Bei der Explosion eines Sprengsatzes im Süden starben bereits am Mittwoch 21 Menschen, die sich auf dem Weg zu einer Hochzeit befanden, bei drei anderen Anschlägen wurden weitere acht Menschen getötet. NATO-Generalsekretär Rasmussen setzte seinen Überraschungsbesuch fort.

Die 21 getöteten Zivilisten waren in der Unruheprovinz Helmand im Süden des Landes in einem von einem Traktor gezogenen Anhänger unterwegs, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz detonierte. Traktor und Anhänger wurden völlig zerstört. Bei den Toten handle es sich vor allem um Frauen und Kinder, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Fünf Menschen wurden demnach verletzt. Zu dem Anschlag, der erst am Donnerstag bekannt wurde, bekannte sich zunächst niemand. Die Behörden machten die radikal-islamischen Taliban für die Tat in der Region Garmsir verantwortlich.

Ebenfalls in Helmand wurden bei einem Sprengstoffanschlag fünf afghanische Polizisten getötet. Drei weitere wurden verletzt, wie das Innenministerium mitteilte. Im Osten von Afghanistan, auf der Strecke zwischen Kabul und Jalalabad, geriet ein Lastwagenkonvoi mit Treibstoff für die internationalen Truppen in einen Hinterhalt der Aufständischen. Dabei wurden laut Innenministerium zwei Fahrer getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Bereits zuvor wurde im Westen des Landes ein US-Soldat der NATO-Truppe ISAF bei einer Explosion getötet. Zuvor hatte die Patrouille des Getöteten Aufständische gestellt, die Sprengsätze verstecken wollten, wie die NATO am Donnerstag mitteilte. Die US-Armee bestätigte die Nationalität des getöteten Soldaten. (apa/red)

6.8.2009 15:21