Montag, 3. August 2009

Neuer Generalsekretär über NATO-Pläne:
"Unterstützen Afghanen so lange wie nötig"

  • PLUS: Setzt auf Dialog mit Muslimen und Russen
  • Däne übernimmt Amt von Jaap de Hoop Scheffer

Der neue NATO-Generalsekretär Rasmussen lehnt einen Zeitplan für den Abzug der ISAF-Truppen aus Afghanistan ab. "Wir werden die Afghanen so lange wie nötig unterstützen", erklärte der frühere dänische Ministerpräsident. Das Ziel des Einsatzes werde erst erreicht sein, wenn die afghanischen Sicherheitskräfte allein für die Sicherheit in ihrem Land sorgen könnten.

Dagegen will Rasmussen den Rückzug der NATO-Truppe KFOR aus dem Kosovo zügig vorantreiben. "Bis zum Ende meiner Amtszeit will ich die KFOR auf eine reine Abschreckungspräsenz reduziert oder ganz aus dem Kosovo abgezogen sehen", erklärte der 56-Jährige. Spekulationen, durch den Abzug der derzeit noch 14.000 KFOR-Soldaten im Kosovo, darunter auch rund 600 Österreicher, sollten zusätzliche Kapazitäten für den Afghanistan-Einsatz gewonnen werden, wies Rasmussen zurück.

Rasmussen über Frankreich
Der neue Generalsekretär äußerte zudem die Hoffnung, dass sich nach der Rückkehr Frankreichs in die integrierte Kommando-Struktur der NATO deren Kooperation mit der EU verbessern werde. Die französische Regierung hatte die NATO lange Zeit als Hindernis für den Aufbau einer eigenen EU-Verteidigungspolitik betrachtet.

Zusammenarbeit mit Russland
Auch die Zusammenarbeit mit Russland will Rasmussen verbessern. Ein Dialog mit der islamischen Welt im Mittelmeerraum gehört ebenfalls zu den wichtigsten Themen, welche die Agenda der NATO in den kommenden Jahren nach dem Willen Rasmussens bestimmen sollen.

Rasmussen ist Nachfolger des Niederländers Jaap de Hoop Scheffer. Rasmussen wurde im April beim Jubiläumsgipfel zum 60. Gründungstag der Allianz gegen den Bündnispartner Türkei durchgesetzt. Ankara hatte zunächst wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen Vorbehalte geäußert.

(apa/red)

3.8.2009 16:29