Nach Unfall auf A22: ÖAMTC äußerte
starke Bedenken an Leitschienen-System
- Asfinag dementiert: Material war voll funktionstüchtig
- 100-prozentige Sicherheit ist einfach nicht möglich
Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der Donauuferautobahn (A22) bei Korneuburg, bei dem ein 53-jähriger Pkw-Lenker durch ein ausgebrochenes Mauerteil der Betonleitwand tödlich getroffen wurde, betonte man vonseiten der Asfinag, dass die Leitwände absolut funktionstüchtig waren. All unsere Rückhaltesysteme sind nach Norm geprüft, getestet und zugelassen, sagte Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Aber auch den Leitwänden seien "physikalische Grenzen gesetzt", meinte sie.
Grundsätzlich müsse man festhalten, dass es eine 100-prozentige Sicherheit nicht gibt, die Asfinag entwickle ihre Systeme aber immer weiter. In diesem Fall sei es zu keinem Fehler gekommen.
ÖAMTC äußerte Bedenken
Bedenken kamen vonseiten des ÖAMTC am System der Leitwände. "Es dürfte nicht passieren, dass das Verbindungsstück der Leitschiene reißt", sagte Verkehrsexperte Willy Matzke. Übergänge aus Stahl und Beton - so wie in den eingesetzten Systemen üblich - sollte es nicht geben. Das sei aber ein grundsätzliches Problem. "Man kann hier niemand einen Vorwurf machen, aber wir hatten schon immer unsere Bedenken geäußert."
Die in Österreich verwendeten Betonleitwände sind weltweit zugelassen und Standard. Die bekannten Problempunkte gibt es in ganz Europa, so der Experte. Auf der A22 verlaufen die Betonleitwände doppelt mit etwa einem Meter Abstand dazwischen. "Dieser Zwischenraum müsste befüllt sein", meinte Matzke weiter. Wäre der Bus dagegengeprallt, hätte er womöglich den Schotter zwischen den Wänden zusammengeschoben, die Wand aber wäre womöglich nicht gebrochen. Das sei aber spekulativ. (apa/red)
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