Über Hausväterchen und Karrierefrauen: Geschlechterrollen wie in Stein gemeißelt
- Aufteilungen zwischen Mann & Frau wie vor 14 Jahren
- Väterkarenz nur für 33 Prozent der Männer denkbar
Das Rollenverständnis der Österreicher, wer von Mann und Frau Karriere machen oder den Haushalt und die Kindererziehung übernehmen soll, hat sich innerhalb der vergangenen 14 Jahre kaum verändert. Die Rollen der Haus-Frauen bzw. der Karriere-Männer sind laut einer Studie fixiert: Selbst wenn die Frau mehr verdient, soll sie sich um Haushalt und Kinder kümmern müssen und nicht der Mann.
Nur 33 Prozent der 1.005 im Juni repräsentativ für die Bevölkerung ab 15 Jahren befragten Personen finden, dass der Mann - wenn die Frau besser verdient - zu Hause bleiben sollte. Das ergab eine Studie des Linzer Meinungsforschungsinstituts "Spectra".
Männermeinung festgefahren
Der Prozentsatz hat sich im Lauf der Jahre kaum verändert: 2001 waren es ebenfalls 33 Prozent, 1995 lag der Wert bei 30 Prozent. Die Meinung der Männer scheint festgefahren: Alle drei Erhebungen kamen auf 27 Prozent. Bei den Frauen lag die Zustimmung, den Mann für Küche und Kinder verantwortlich zu machen, 2001 bei 38 Prozent nach 32 Prozent im Jahr 1995. Heuer liegt sie hingegen nur mehr bei 36 Prozent. Obendrein haben sich bei der Umfrage auch 33 Prozent der Österreicher dafür ausgesprochen, dass die Frau zu Hause bleibt, obwohl sie mehr verdient.
Die Meinung, der Mann solle zu Hause bleiben, während die Frau der Karriere nachgeht, hat bei den berufstätigen Frauen nach 1995 zunächst um acht Prozentpunkte zu- und nach 2001 um neun Prozentpunkte auf aktuell 35 Prozent abgenommen. Eine Begründung für diese Entwicklung liefern die Meinungsforscher nicht.
Grundsätzlich befürworten 72 Prozent der Befragten die zunehmende weibliche Berufstätigkeit. Das ist ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zu 2001. 1995 waren es 61 Prozent. Wenig überraschend begrüßen vor allem Frauen diese Entwicklung (78 Prozent).
(apa/red)
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