Auch die nächste Runde geht an den K2:
Kaltenbrunner gibt Besteigung vorerst auf
- Tiefer Schnee behinderte 38-Jährige beim Aufstieg
- Gefahr einer Thrombose oder anderer Erkrankung

·K2: Kaltenbrunner scheitert am Wetter
300 Meter unterhalb des Gipfels umgedreht
·Traurige Gewissheit: Kölblinger ist tot
Nanga Parbat: Weitere Bergsteigerin verunglückt
Die Eis- und Schneemassen am K2 (8.611 Meter) im Karakorum-Gebirge machen Alpinisten einen Aufstieg heuer nur schwer möglich. So manche Expedition wurde nach mehrmaligen Versuchen ohne Gipfelsieg abgebrochen, auch die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner musste endgültig umdrehen. Ihr Traum, bald auf dem 13. Achttausender zu stehen, scheint damit für heuer endgültig vorbei. Auch der steirische Skyrunner Christian Stangl, sein Landsmann Gerfried Göschl und der Salzburger Sepp Bachmair sowie mehrere Bergsteiger aus anderen Staaten schafften es nicht bis zum Gipfel.
Kaltenbrunner könnte so wie drei andere Bergsteigerinnen bald die erste Frau sein, die alle 14 Achttausender bestiegen hat. Die Nase vorne hat bei diesem Rennen seit Montag die Südkoreanerin Oh Eun Sun (43) mit ihrem 13. Gipfelsieg auf dem Gasherbrum I (8.068 m), auf dem sie die letzte Etappe laut der koreanischen Zeitung "Yonhap News" ohne Atemmaske bestieg. Der Oberösterreicherin fehlt für einen Rekord neben dem K2 noch der Mount Everest. Oh Eun Sun will laut dpa noch im Herbst oder im Frühjahr auf ihrem 14. Achttausender, der Annapurna in Nepal, stehen. Die Spanierin Edurne Pasaban und die Italienerin Nives Meroi haben zwölf bzw. elf Gipfelsiege in der Tasche.
Tiefer Trieb- und Schwimmschnee hinderte Kaltenbrunner ab 8.300 Meter an einem weiteren Aufstieg gemeinsam mit drei Bergsteigerkollegen, teilte ihr Ehemann Ralf Dujmovits mit. "Letztlich war sie gemeinsam mit den beiden Kasachen und dem Russen im brusttiefen Schnee stecken geblieben und nicht mehr vorwärtsgekommen." Gegen 16.00 Uhr Ortszeit entschloss sich Kaltenbrunner zur Umkehr, sie will in Lager III oder II übernachten und am Mittwoch weiter absteigen.
"Es geht nicht"
Skyrunner Stangl scheiterte wie Kaltenbrunner erneut an den schwierigen Bedingungen: "Man kann es kaum glauben, es ist ein idealer Tag: Schönstes Wetter, wolkenlos, kaum Wind, man sieht Hunderte Kilometer weit - aber es geht nicht", meinte der Steirer. "Es ist zu viel Schnee und es ist irrsinnig steil." Nicht einmal "zu Fünfzehnt" sei man gegen die weißen Massen angekommen. Der 43-Jährige hatte wegen der Schneelage auch auf sein ursprüngliches Vorhaben verzichtet, in "Skyrunner-Manier" den Weg zum K2-Gipfel und den Abstieg binnen 24 Stunden ohne Hilfsmittel zu schaffen.
Aufgrund der schwierigen Bedingungen trafen sich mehr als ein Dutzend Höhenbergsteiger, die zuletzt noch im Basislager ausgeharrt hatten, am Montag am K2 auf der Bergschulter, um gemeinsam jene Stelle zu passieren, an der im Vorjahr elf Menschen durch eine Lawine starben. Stangl entkam dem Unglück damals nur knapp. Die Schneemassen an der Felsstelle jagten den Alpinisten gleich zu Beginn des Aufstieg heftigen Schrecken ein: "Durch den Flaschenhals war links der Bergsteiger ein Eisstück des überhängenden Seracs abgebrochen, krachend in die Tiefe gestürzt (...)", so Dujmovits.
Bereits am 26. Juli hatte Kaltenbrunner am K2 einen Aufstieg wegen zu schwieriger Bedingungen abbrechen müssen. Einen dritten Anlauf plant Kaltenbrunner vorerst nicht: "Nachdem sie Ende Mai auf dem Lhotse stand, jetzt zweimal auf circa 8.300 Meter war, wäre die Chance, sich mit dem stark eingedickten Blut eventuell eine Thrombose oder gar Schlimmeres einzuhandeln, einfach zu groß", erklärte ihr Ehemann.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
