Adamovich sorgt für Welle der Entrüstung: Nach strittigen Aussagen über Kampusch
- "Gefangenschaft besser als was sie davor erlebte"
- Scharfe Kritik vom Anwalt des Opfers Ganzger
Innenministerium dennoch mit seiner Arbeit zufrieden

·Nataschas Rückkehr
ins Horror-Haus!
NEWS: Jetzt räumt sie
mit ihrem "Früher" auf
·Kampusch: Es hat nur
einen Täter gegeben!
Findet Skepsis von Adamovich 'schockierend'
Ludwig Adamovich, Leiter der vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission in Sachen Natascha Kampusch, hat für erhebliche Irritationen im Umfeld des Entführungsopfers ausgelöst. So hatte er unter anderem erklärt, die Zeit ihrer Gefangenschaft wäre für Kampusch womöglich "allemal besser" gewesen "als das, was sie davor erlebt hat".
Während Kampuschs Anwalt Gerald Ganzger Adamovichs "entbehrliche Spekulationen" scharf kritisierte und die Oberstaatsanwaltschaft persönliche Gespräche mit dem Ex-Verfassungsgerichtshofpräsidenten ankündigte, zeigte sich das Innenministerium mit der Vorgangsweise und Leistung der Kommission durchaus einverstanden. "Es ist ja so, dass anhand des Falls Kampusch die Ermittlungsfortschritte beobachtet werden", sagte Martin Brandstötter, Sprecher von Innenministerin Maria Fekter. Diese Aufgabe sei nicht zu weit oder zu eng gefasst "und somit sind wir mit der Arbeit der Kommission zufrieden". "In dem Schreiben an die Innenministerin schlägt die Kommission einen weiteren Zwischenbericht vor, den wir jetzt einmal abwarten", so der Sprecher.
Kritik von Kampusch-Anwalt
Nicht so gelassen sieht die Causa Kampuschs Anwalt. "Wogegen wir uns wehren, sind einerseits die öffentliche Abhandlung des Konflikts zwischen den Behörden und vor allem auch die Spekulationen des Vorsitzenden über Sachen, die mit den Ermittlungen überhaupt nichts mehr zu tun haben", kritisierte Ganzger Adamovichs Interviews. Rechtliche Schritte plant Ganzger nicht: "Klagen lösen das Problem nicht", betonte er.
Der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Werner Pleischl, kündigte an, sich umgehend mit Adamovich treffen zu wollen. Adamovich solle ihm persönlich seine Bedenken zu den bisherigen Ermittlungen um die Kampusch-Entführung darlegen, so Pleischl.
(apa/red)
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