Mittwoch, 29. Juli 2009

Zwischen Mörbisch und Römersteinbruch gibt's nicht nur musikalische Genüsse

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Trinkt untern Tisch mich, macht wieder frisch mich!“ Diese aus „My Fair Lady“ stammende Aufforderung des zu plötzlichem Reichtum gekommenen Stadtstreichers Alfred P. Doolittle muss man ja nicht gleich wörtlich nehmen. Und gottlob ist nicht jede Schenke zwischen Mörbisch und dem Römersteinbruch St. Margarethen so eine Mördergrube wie jene in Verdis Rigoletto-Schlussakt.

Fest steht jedoch: Wer vor oder nach dem Sommertheater hungrig oder durstig ist, braucht rund um die beiden Freiluft-Hypes nicht zu darben.

Lust auf Rust
Ziemlich genau das arithmetische Mittel der zwei Open-Air-Bühnen bildet nämlich die alte Freistadt Rust, die gleich über mehrere Gourmetlokale verfügt. Eines der besten und sympathischsten ist zweifellos das „Inamera“, dessen gestyltes Inneres ebenso wie das dekorative Garten-Biotop problemfrei als eigenständiges Bühnenbild durchgehen würde (Mörbisch-Regisseur Helmuth Lohner pflegt hier zu dinieren.) Das Inamera hat schon etlichen Shootingstars wie Bernie Rieder und Max Stiegl als Anlaufstation gedient. Mittlerweile kocht Patronne Andrea Waldrauch selbst, und ihr kundiger „Co“ Gerhard Weidl (die beiden werden bald heiraten) kümmert sich um den Service und die formidable Weinkarte. Andrea Waldrauchs Küchenstil ist von schlichter Eleganz, kommt ohne jeden Firlefanz aus, weiß jedoch tief in Aromen zu schürfen. Ob man die erfrischende kalte Tomatencreme mit Saiblingskaviar, die knackigen Garnelen mit Avocado, Mango, Gurke und Kokos, die klare Fischfrittatensuppe vom Wels oder den Neusiedlerseezander mit Marillen-Limettenrisotto probiert – das alles ist so leicht und duftig, dass es vor dem Theater nicht müde macht.

Wein oder Bier?
Dass man in Rust die Qual der Wahl zwischen mehreren Heurigen hat (darunter die exzeptionelle Buschenschank von Starwinzer Peter Schandl), bedarf kaum der Erwähnung. Erwähnenswert ist indessen vielleicht, dass sich in einem ehemaligen Mörbischer Kindergarten der wunderhübsche Kulturheurige Zentgraf etabliert hat. Zur Kultur gehören
hier nicht nur viele Gemälde, sondern auch exzellente Aufstriche sowie Aufschnitte mit wundersamen Namen: Die „Doweri-Jaus’n“ ist nach Weingarten-Taglöhnern, die „Roareißa-Platte“ nach den Mörbischer Schilfschneidern und die „Miawurscht“ nach Miawisch, dem alten Namen für Mörbisch, benannt. Neben Eigenbauweinen werden hier auch die vorzüglichen Bioweine des Mörbischer Weinguts Schönberger ausgeschenkt, hinter dem sich kein Geringerer als EAV-Saxofonist und Weinfreak Günther Schönberger verbirgt.

Rigoletto-Durst
Wer sich in Margarethen so einen richtigen Rigoletto-Durst erschwitzt hat, sollte ins nahe Eisenstadt fahren, wo sich aus dem von Bierpapst Conrad Seidl mehrfach gerühmten Bierstüberl Ruckendorfer seit der Übernahme durch Junior Andreas ein veritables Restaurant entwickelt hat. Der Chef kocht leicht, produktbewusst und bodenständig. Und Musikfreunde, die sich zwischen den vier Fassbieren nicht entscheiden wollen, können auch einfach auf den exzellenten Haydn-Wein von Esterházy umsteigen.

Gastro-Festspiele am Neusiedler See
Inamera
, 7071 Rust, Oggauer Straße 29, Tel.: 0 26 85/64 73, www.inamera.at
Kulturheuriger Zentgraf, 7072 Mörbisch, Setzgasse 1, Tel.: 0 26 85/817 33, www.zentgraf.at
Restaurant-Lounge Ruckendorfer, 7000 Eisenstadt, Haydngasse 43, Tel.: 0 26 82/646 88, www.bierstueberl.at
Rusterhof, 7071 Rust, Rathausplatz 18, Tel.: 0 26 85/607 93
Mooslechners Bürgerhaus, 7071 Rust, Hauptstraße 1, Tel.: 0 26 85/ 61 62, www.mooslechners.at
Wirtshaus im Hofgassl, 7071 Rust, Rathausplatz 10,
Tel.: 0 26 85/607 63, www.hofgassl.at

Bild: Gerhard Weidl und Andrea Waldrauch ("Inamera"), Kulturheuriger Zentgraf, Mooslechners Bürgerhaus

Die ganze Story lesen Sie im NEWS 30/09!

29.7.2009 09:20