Mittwoch, 29. Juli 2009

Pohl-Position von Walter Pohl: Die ÖVP- Kritik an Bundespräsident Fischer ist feig!

  • "Pohl-Position" von Walter Pohl
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Unser Herr Bundespräsident ist ein netter Mensch. Er geht oft zu Fuß ins Büro am Ballhausplatz, ist lieb zu seiner Frau, hört am liebsten coolen Jazz und steigt in der Freizeit ganz gern auf ziemlich hohe Berge. Und er sieht aus wie Opa Petz. Das sag ich meinen Kindern, wenn sie fragen, wie unser Herr Bundespräsident denn so ist.
Unlängst stieg er etwa auf den Piz Buin in Vorarlberg, wozu er für den Anfang einen Hubschrauber des Bundesheeres als „Aufstiegshilfe“ herangezogen hatte. Immerhin ist er ja 70 Jahre alt, da gehen andere längst schon am Stock. Den Rest bis zum Gipfel auf 3.312 Meter erstieg er dann zu Fuß. Zurück in den Ebenen der heimischen Polit-Sandkiste, kam aber gleich das Krokodil in Gestalt des Vizekanzlers Josef Pröll daher, das den Bundes-Petzi ganz streng ermahnte, weil er angeblich zu sehr mit den Leuten in der SPÖ befreundet ist. Und das darf ein Bundespräsident nicht. Er muss ja eigentlich mit allen Menschen in Österreich gut sein. Ein paar Zuschauer in dem Kasperltheater meckerten dann auch noch, weil der Bundespräsident mit dem Bundesheer, also auf Kosten der Bürger, dort hinaufgeflogen ist.

So, liebe Leser, und jetzt mal raus aus dem Kinderkram: Dass der Präsident unserer kleinen, barocken Republik mit dem Heer, also jener Truppe, deren Oberbefehlshaber er ist, zum Piz Buin fliegt, ist legitim. Wenn er dieses Recht nicht mehr hat, welches dann?
Dass er mehr Freunde bei der SPÖ als bei jeder anderen Partei hat, ist nicht minder legitim. Schließlich ist er bei den Roten politisch groß geworden. Aber dass die ÖVP jetzt hergeht und ihm mit bösen Nadelstichen am Zeug flicken will, ist nicht legitim. Wenn der Onkel des Vizekanzlers, Erwin Pröll, wirklich Bundespräsident werden will, dann soll er bittschön endlich vor sein Bauernhaus in Radlbrunn treten und sagen: „Ja, ich will Bundespräsident werden. Und zwar schon 2010. Gegen Heinz Fischer. Nicht erst 2016, wo ich es dann eh sicher werde.“ So einfach ist das. Aber den eigenen Neffen vorschicken, um einen „netten Onkel“ wie Heinz Fischer mal kurz in den politischen Dreck zu ziehen, ist echt infam. Und vor allem einer Partei wie der ÖVP, die viele große Bundespräsidenten gestellt hat, unwürdig.

29.7.2009 14:31