Eine bittere Pille für die Pharma-Industrie:
Starker Widerstand gegen Kassensanierung
- Fast die Hälfte der Einsparungen betrifft Medikamente
- Kommen auf Patienten künftig zusätzliche Kosten zu?
PLUS: Was ist IHRE MEINUNG zur Kassensanierung?

·Gute Geschäfte
mit der Gesundheit
Halten Konzerne billige
Medikamente zurück?
·Krankenhauskosten
schnellen in die Höhe
Spitäler kosten Republik
bereits 9,7 Milliarden Euro
Bedenken gegen das Kassen-Sanierungspaket kommen nach der ÖVP nun auch verstärkt aus der Pharma-Industrie. Fast die Hälfte der 1,7-Mrd.-Euro-Maßnahmen soll bei Medikamenten eingespart werden. Für die Interessensvertretung Pharmig ist diese Summe "nicht nachvollziehbar". Generalsekretär Jan Oliver Huber kritisierte, dass mit den Medikamentenherstellern gar nicht verhandelt worden sei.
"Geld über den Kopf hinweg zu bestimmen" sei "nicht der richtige Stil", kritisiert Huber im Ö1-"Morgenjournal". Fast 900 Millionen Euro sollen Medikamente zum Krankenkassen-Sanierungspaket beitragen - um diesen Betrag sollen die Kosten in den kommenden vier Jahren geringer ausfallen als von den Krankenkassen prognostiziert. Der Pharmig-Generalsekretär zeigte sich über den Betrag verwundert, die Zahlen seien "so nicht nachvollziehbar", weswegen er Bedenken von Wirtschafts- und Finanzministerium verstehe.
Zusätzliche Kosten für Patienten
Es werde schon zu Kosten-Dämpfungen kommen, weil Patente für bestimmte Medikamente ablaufen, argumentiert Huber. Allerdings nicht in der Höhe wie in dem Kassen-Paket angeführt durch das Verschreiben von wirkstoffähnlichen oder günstigeren Arzneimitteln. Kleine Packungs-Größen hätten außerdem auch negative Auswirkungen für die Patienten. Sie würden "nur zusätzliche Kosten für die Patienten hervorrufen, weil, wenn mehr Packungen benötigt werden, öfter Rezeptgebühr bezahlt wird", meint Huber.
Für den Herbst habe die Pharmaindustrie Gespräche mit den Krankenkassen vereinbart, heißt es aus der Pharmig. Erst dann werde sich herausstellen, wie viel wirklich einsparbar sei. (apa/red)

