AUA verabschiedet sich mit Megaverlust:
Nettoverlust für 2008 betrug 429,5 Mio. Euro
- Wirtschaftskrise und Spritkosten drücken die Bilanz
- Flugumsatz blieb im Geschäftsjahr 2008 relativ stabil
Ihr letztes Jahr als staatliche und eigenständige Airline hat die österreichische AUA (Austrian Airlines) mit einem Megaverlust beendet: Wirtschafts- und Finanzkrise, hohe Spritkosten und Wertberichtigungen auf Flugzeuge forderten ihren Tribut. Der Nettoverlust für 2008 lag bei 429,5 Mio. Euro. Der Verlust je Aktie belief sich auf 5,19 Euro.
Dass der Lufthansa-Einstieg und damit der Einschuss frischen Kapitals drängte, lag ab Mitte 2008 auf dem Tisch. Im Februar wurde klar, dass gegen die hohen Verluste nur mehr Geld von außen hilft: Da musste die AUA melden, dass per Ende Jänner 2009 der kumulierte Verlust im Flugbetrieb mehr als die Hälfte des Grundkapitals der AUA-AG (264 Mio. Euro) ausmachte. In der Bilanz für 2008 wurde das aber noch nicht schlagend. Zugleich stieg der Bedarf an Cash-Mitteln (Liquidität). Dafür musste die Republik (ÖIAG) Ende 2008 schon mit einem 200-Millionen-Euro-Notkredit aushelfen. Die ÖIAG- und die AUA-Spitze mussten wiederholt ausrücken, ihren Kampf gegen eine drohende Pleite zu beschreiben.
Im ersten Quartal 2009 ist der Umsatz der AUA um 16,5 Prozent auf 438,8 Mio. Euro eingebrochen, der Quartalsverlust lag bei 88 Mio. Euro. Die Airline musste weiter Flugzeuge stilllegen, Strecken aus dem Programm nehmen, schließlich den Abbau von 1.000 Stellen bis 2010 ankündigen. Die Daten zum Halbjahr werden am 4. August bekannt gegeben.
Flugumsatz blieb 2008 stabil
Trotz Strecken-Redimensionierungen und Kapazitätskürzungen (Langstrecke, Fracht) blieb im Geschäftsjahr 2008 der Flugumsatz mit 2,361 Mrd. Euro noch annähernd stabil. Ebenso die Passagierzahl mit 10,7 (10,8) Millionen.
Für das Jahr 2007 hatte die AUA einen Minigewinn von 3,3 Mio. Euro ausgewiesen, was den mittlerweile geschassten Vorstandschef Alfred Ötsch damals dazu hinriss, die AUA saniert zu nennen. Wenige Monate später musste der Notverkauf an die Lufthansa fixiert werden, und der Staat muss noch eine halbe Milliarde drauflegen, damit der Verkauf überhaupt zustande kommt.
Eigenkapital & Beschäftigungszahlen rückläufig
2008 beschäftigte die AUA knapp unter 8.000 Mitarbeiter, konkret 7.914 (8.031). Ende des Jahres 2008 waren 99 Flugzeuge im Betrieb. Die Mitarbeiterzahl ist mittlerweile weiter gesunken.
Das Eigenkapital schrumpfte 2008 in der Konzernbilanz (IFRS) von 787 auf 256 Mio. Euro.
2008 bestanden langfristige Verbindlichkeiten über 1,079 Mrd. Euro und kurzfristige Schulden über 857 Mio. Euro. Macht in Summe Bruttoschulden von mehr als 1,9 Mrd. Euro per Ende 2008.
Wäre die Übernahme der AUA durch die Lufthansa gescheitert, hätte die Gefahr einer Insolvenz bestanden. Ein "Plan B" sah zumindest eine drastische Redimensionierung vor, die den Staat nach ÖIAG-Berechnungen mehr als eine Milliarde Euro gekostet hätte, um vorübergehend das Überleben zu sichern - bis zu einem neuen Anlauf für einen Verkauf.
(apa/red)

