Donnerstag, 30. Juli 2009

Erste Bank scheffelt wieder ordentlich Geld:
Halbjahresgewinn betrug 492 Millionen Euro

  • Kreditrisikokosten haben sich mehr als verdoppelt
  • Treichl will keine weiteren Staatshilfen annehmen

Die Erste Bank hat trotz rauer See im ersten Halbjahr bemerkenswerte Gewinne ins Trockene gebracht. In den Monaten Jänner bis Juni wurde ein Nettoertrag von 492 Millionen Euro erzielt. Dank größtenteils positiver Abschlüsse der Erste-Tochterbanken in Osteuropa überraschte das Ergebnis selbst Analysten. Allerdings ist nicht alles eitel Wonne: Die Rezession hat die Risikokosten, die die Bank für den Ausfall von Krediten verbuchen muss, mehr als verdoppelt.

Vor allem in zweiten Quartal sind auch im Osten die Vorsorgen für faule Kredite stark angestiegen. Gruppenweit stiegen die Risikokosten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 auf 892,1 Mio. Euro. Das war ein Anstieg um 132,3 Prozent.

""Der wirtschaftliche Abschwung hat die Region Zentral- und Osteuropa voll erfasst. Die Situation stellt sich in den einzelnen Ländern der Region völlig unterschiedlich dar", erklärte Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl in einer Aussendung.

Zwischen April und Juni stieg der Konzernüberschuss nach Steuern und Minderheiten trotz schwieriger Marktverhältnisse um 12 Prozent von 232,1 Mio. Euro im ersten Quartal 2009 auf 260 Mio. Euro im zweiten Quartal 2009. Im Vorjahreszeitraum waren es 321 Mio. Euro gewesen. Zugleich haben aber das Zinsgeschäft und das Handelsergebnis die Erträge getrieben.

Keine weiteren Staatshilfen
Spekulationen, die österreichischen Großbanken würden in nächster Zeit einen Nachschlag an staatlicher Kapitalhilfe brauchen, hat Treichl für sein Haus zurückgewiesen: "Wir werden sicher nicht noch einmal zum Staat gehen. Ganz bestimmt nicht", sagte der Bank-Chef.

Vom Staat hat die Erste Group heuer im Frühjahr 1,2 Mrd. Euro Partizipationskapital eingeschossen bekommen. Für das 2. Halbjahr steht der Vereinbarung mit der Republik zufolge die Aufnahme von einer Milliarde Hybridkapital an.

Treichl bezeichnete es heute als "extrem wahrscheinlich", dass auch für 2009 eine Dividende ausbezahlt wird.
(apa/red)

30.7.2009 10:56