Mittwoch, 29. Juli 2009

GM lehnt auch neues Angebot von Magna ab: Bestimmte Forderungen "nicht umsetzbar"

  • Streitpunkte Patentrechte und Russland-Geschäft
  • Zweikampf mit Investor RHJ setzt sich weiter fort

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat das verbesserte Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna für Opel abgelehnt. Das neue Angebot habe Forderungen enthalten, "die einfach nicht umgesetzt" werden können, schrieb GM-Chefunterhändler John Smith in einem Unternehmensblog. Diese Forderungen hätten sich auf Patentrechte und das Russland-Geschäft bezogen.

Grundsätzlich sehe man die Entscheidung über einen Investor für die bisherige deutsche Tochter weiter als offen an. Zuvor hatte Magna im Übernahme-Poker nachgelegt und nach Berichten des "Wall Street Journals" sein Barangebot erhöht.

In der Summe wolle Magna im Konsortium mit der russischen Sberbank zwar unverändert 500 Millionen Euro Eigenkapital einbringen. Im Falle eines Zuschlags durch die einstige Opel-Mutter und die deutsche Politik sollen nun aber sofort 350 Millionen statt wie bisher geplant nur 100 Millionen Euro in bar in die neue Gesellschaft fließen, zitierte das "Wall Street Journal" in seiner Onlineausgabe Berliner Regierungskreise.

Weiter offen für beide Bieter
GM bevorzuge weder Magna noch den konkurrierenden Finanzinvestor RHJ International, so Smith im GM-Blog. "Wir sind weiter völlig offen für einen zufriedenstellenden Abschluss mit einem der beiden Bieter." Ein Abschluss des Geschäfts bis Ende September sei noch machbar.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat indessen vor einem Einstieg des Finanzinvestors RHJ International bei Opel gewarnt. Damit drohe die Gefahr, in wenigen Jahren wieder an den ehemaligen Mutterkonzern General Motors (GM) überzugehen. "Das Risiko für Opel bei GM zu bleiben oder mit RHJI nach ein paar Jahren erneut zu GM zurückzukommen, ist nicht kalkulierbar", schrieb der Professor der Universität Duisburg-Essen in einer am Mittwoch veröffentlichten Kurzanalyse.

Das Angebot des zweiten Opel-Bieters RHJ sei im Gegensatz dazu bereits komplett und leichter umzusetzen. "Das bleibt eine vernünftige und gangbare Option, die in Betracht gezogen wird, während die sehr schwierigen Punkte in den Verhandlungen mit Magna weiter ausdiskutiert werden", betonte der GM-Chefunterhändler für Opel, John Smith. Magna wollte dies auf APA-Anfrage nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass Smith in dem Blog auch darauf hinwies, dass die Differenzen nicht unlösbar seien.

(apa/red)

29.7.2009 15:29