Donnerstag, 30. Juli 2009

Das Ende der Neverending AUA-Story naht:
Vorstand erwartet Freitag Signal aus Brüssel

  • Bierwirth: Closing wahrscheinlich noch im August
  • Airline-Management sieht Durchbruch Lufthansa-EU

Für den Verkauf der Austrian Airlines (AUA) an die Deutsche Lufthansa will man nun offenbar keine Zeit mehr verlieren. "In den letzten Tagen ist der Durchbruch gelungen", sagte AUA-Vorstand Andreas Bierwirth. Er erwartet, dass es von Seiten der EU-Kommission in beiden Verfahren (Kartellverfahren, Beihilfeverfahren) noch an diesem Freitag "informelle Indikationen" und Empfehlungen zur Transaktion gibt, sagt Bierwirth.

Formal reicht das aber noch nicht, deshalb hat sich die Lufthansa zur Fristverlängerung bis 31. August entschlossen. "Gefeiert" könne erst werden, wenn der Brief da ist mit der endgültigen Entscheidung aus Brüssel. "Auch in der Nachspielzeit gibt es immer noch Fouls", gibt sich Bierwirth keinen Illusionen hin. Mitbewerber würden naturgemäß versuchen, wie bei jeder großen Fusion, bis zuletzt auch für sich selber möglichst viel herauszuholen.

Den Abschluss des Verkaufs der AUA an die Lufthansa erwartet Bierwirth mehr oder weniger binnen Monatsfrist: Das Closing werde "wahrscheinlich noch im August" sein, sagte er. Rein formal hat das "Closing" einer Übernahme zehn Börsetage nach einer formalen behördlichen Genehmigung zu erfolgen.

"Nacht- und Nebelaktion"
Man habe dann - "quasi in einer Nacht- und Nebelaktion" die Belegschaftsvertreter überzeugen können, "über fünf Jahre noch einmal ein Nachhaltigkeitspaket, einen Gehaltsverzicht in etwa der Höhe von fünf Prozent zu leisten". Genau dies sei dann letztlich "das Zünglein an der Waage" gewesen, Lufthansa noch einmal zu zeigen, dass es sich lohne, in die AUA zu investieren.

Gefragt nach der Stilllegung von Flugzeugen erklärte Bierwirth, man werde neben der Stilllegung der Canadair-Flotte auch einige Dash 8-300 Maschinen stillegen - "in Summe 15, 16 Flugzeuge". Man gehe davon aus, dass man den Rest der Maschinen halten kann. Bei der Anzahl der Mitarbeiter glaubt der Vorstand, mit der bereits verkündeten Reduzierung von 1.000 Stellen (bis 2010) "das Auslangen zu finden", so Malanik.

Scheitern nicht gänzlich ausgeschlossen
Ein Scheitern des Verkaufs im letzten Moment ist laut Finanzminister Pröll aber weiter nicht ganz ausgeschlossen. Man dürfe den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Verhandler seien in der Zielgerade, nicht aber über der Ziellinie. Der AUA-Verkauf habe höchste wirtschaftspolitische Priorität.

(apa/red)

30.7.2009 07:13