Für die Deutsche Bank geht es aufwärts:
Milliardengewinne dank Investmentbanking
- Aber: Weiterhin höhere Kreditausfälle befürchtet
- Risikovorsorge auf eine Milliarde Euro versiebenfacht

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Die Deutsche Bank hat dank boomender Geschäfte mit Anleihen und Aktien zum zweiten Mal in Folge einen Milliardengewinn erzielt. Von April bis Juni steigerte der deutsche Branchenprimus seinen Gewinn nach Steuern um 67 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Allerdings bekommt das Institut die Konjunkturkrise zu spüren: Die Vorsorge für faule Kredite musste angesichts der drohenden Pleitewelle von Unternehmen auf 1 Milliarde Euro erhöht werden nach nur 135 Mio. Euro im Vorjahr. Die Aktie wurde abgestraft.
Die Zukunftsaussichten beurteilte Vorstandschef Josef Ackermann, dessen Vertrag der Aufsichtsrat erwartungsgemäß bis 2013 verlängerte, eher zurückhaltend. Die Börse reagierte verärgert: Das Papier war mit einem Minus von mehr als 9 Prozent bis Dienstagnachmittag der größte Verlierer im Deutschen Aktienindex (DAX). Wenig Freude dürfte den Aktionären auch die Aussage von Finanzvorstand Stefan Krause bereitet haben, wonach die Bank derzeit mit einer Dividende von 50 Cent je Anteilsschein kalkuliert. So viel hatte das Institut nach einem Verlust von 3,9 Mrd. Euro auch für 2008 ausgeschüttet.
Vor Steuern verdiente die Deutsche Bank 1,3 Mrd. Euro nach 642 Mio. Euro vor einem Jahr, die Erträge stiegen um 46 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro. Ihr umstrittenes Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent verfehlt die Bank mit 16 Prozent aber deutlich. Der Gewinn nach Steuern summiert sich nach dem Milliardenplus aus dem ersten Quartal auf 2,3 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2009 nach 504 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Zufriedenstellendes Ergebnis
Vorstandschef Ackermann sprach von einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis. Der Ausblick auf das zweite Halbjahr hänge stark davon ab, wie es mit der globalen Wirtschaftsentwicklung weitergehe. "Auf dieses unsichere Umfeld ist die Deutsche Bank gut vorbereitet." In seinem Brief an die Aktionäre schrieb Ackermann aber auch, die Weltwirtschaft befinde sich "nach wie vor in einer schwierigen Phase".
Wie schon im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war das gute Ergebnis vor allem auf das Investmentbanking zurückzuführen. Im Bereich Corporate und Investment Bank kletterte der Gewinn vor Steuern auf 1,009 Mrd. Euro. Die Erträge stiegen um 84 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro und lieferten damit den größten Teil zum Gesamtertrag. Im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung verringerten sich die Erträge dagegen.
Vorstand wird nicht zur Verantwortung gezogen
In der Datenaffäre bei der Deutschen Bank erklärte der Aufsichtsrat, die "zweifelhaften Methoden" seien nicht von Mitgliedern des Kontrollgremiums oder des Vorstands legitimiert worden. Nähere Angaben zum Verlauf der Sitzung machte das größte deutsche Bankhaus nicht. In den vergangenen Tagen hatten Gerüchte über einen Machtkampf zwischen Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig die Runde gemacht.
Börsig hatte im Zusammenhang mit der Bespitzelungsaffäre am Wochenende einen Rückzug ausgeschlossen. Er sehe keinen Grund für einen Rücktritt, ließ er einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge mitteilen.
(apa/red)

