Dienstag, 28. Juli 2009

Aufatmen im Ringen um Rettung der AUA:
Lufthansa verlängert Offert um einen Monat

  • Kaufangebot der Lufthansa gilt jetzt bis 31. August
  • Lufthansa und EU-Kommission doch vor Einigung
    Nun genug Zeit für kartellrechtliches Prüfverfahren

Zwischen Lufthansa und EU-Kommission zeichnet sich nach Angaben der deutschen Fluglinie eine "materielle Einigung" zur Übernahme der AUA ab. Die formale Freigabe gehe sich allerdings nicht mehr bis zum 31. Juli aus, daher hat die Lufthansa ihr befristetes Angebot nun um einen Monat bis zum 31. August verlängert. Die EU-Übernahmekommission kann bis Donnerstag über den Antrag entscheiden.

Falls sie dies nicht per Bescheid untersagt - was als unwahrscheinlich gilt - kann Lufthansa ab Freitag die Verlängerung ihres Angebots offiziell bekanntgeben. Auftrag der Übernahmekommission ist es insbesondere, die Interessen der Aktionäre jenseits des Kernaktionäres ÖIAG zu berücksichtigen. Auch die EU-Kommission hat bestätigt, dass sie ein neues Angebot der Lufthansa zur Verbesserung des ersten Angebots erhalten habe.

In Österreich herrscht Erleichterung. Finanzminister Pröll sagte, er sei "froh", dass außer Streit stehe, dass es beim Zuschussbedarf für den Deal bei den von der Republik in Aussicht gestellten 500 Mio. Euro bleibe. Das sei wichtig für den Steuerzahler. Wäre der Verkauf an die Lufthansa gescheitert, hätte das den österreichischen Staat nicht eine halbe Milliarde, sondern mehr als eine Milliarde Zuschuss für die defizitäre AUA gekostet.

"Es geht um Flugrechte und Zeitpläne"
Auch ÖIAG-Vorstandsvorsitzender Michaelis rechnet damit, dass der Deal zustande kommt. "Wir haben über das Wochenende intensivste Verhandlungen gehabt und es zeichnet sich eine Einigung zwischen Lufthansa und Kommission ab." Zu den Zugeständnissen der Lufthansa oder der AUA sagte Michaelis nur, es gehe um Flugrechte und um Zeitpläne, "es geht darum, wann darf wer auf welcher Strecke fliegen".

Der Chef des steirischen Regionalflugunternehmens "Robin Hood", Georg Pommer, hat unterdessen Widerstand angekündigt. Er wolle "den Deal AUA/Lufthansa blockieren", sagte er am Dienstag zur APA. Der streitbare Flugunternehmer möchte auf Deutschlandstrecken selber expandieren. Pommer bekräftigte seine Ankündigung, im Fall der Genehmigung des Übernahme-Deals beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu klagen.

(apa/red)

28.7.2009 14:34
Ferdiburli, 27. 07. '09 20:52
Disziplin
Die Wiener haben eben halt alle keine Disziolin, die AUA mit eingeschlossen. Sonst hätte es nie so weit kommen können.