Lufthansa reicht EU-Kommission die Hand:
Konzern will sechs Verbindungen abgeben
- Wettbewerbskommissarin trotzdem nicht zufrieden
- Verhandlungen laufen bis Ende Juli auf Hochtouren

·Entscheidungswoche
um Rettung der AUA
Lufthansa und EU decken
ihre Karten noch nicht auf
·AUA: Turbulenzen mittlerweile Routine
NEWS schaut hinter
die Kulissen der Airline
·Gelingt der Verkauf
der AUA doch noch?
So haben die User von
NEWS.at abgestimmt
·Lufthansa muss noch
viele Dinge klarstellen
EU-Kommission sieht
mehrere offene Punkte
·80 Mio. geheimes Skylink-Sonderbudget
"profil": Vorstand wollte so die Kosten drücken
Wird die Lufthansa etwa doch noch mürbe? Auf der hart umkämpften Strecke Wien-Frankfurt will der deutsche Luftfahrtkonzern plötzlich sechs Flugslots abgeben. Doch das reicht der EU-Kommission immer noch nicht. Wettbewerbskommissarin Neelie Kores will noch mehr. Und die Zeit wird immer knapper.
Die Verhandlungen zur Bewilligung der AUA-Übernahme laufen laut der Tageszeitung "Kurier" praktisch ununterbrochen. Letzter offener Punkt seien nach wie vor die Slots (Zeitfenster für Starts und Landungen) für Wien-Frankfurt. "Es gibt ein ständiges Hin und Her, aber die Sache sieht derzeit ganz gut aus", heißt es. Jetzt hänge eine Einigung "wirklich nur noch an Peanuts". Die Deutschen sollen bereit sein, von den 10 Slots für die Strecke Wien-Frankfurt (Lufthansa und AUA halten jeweils fünf) 6 Slots in Frankfurt an Mitbewerber abzugeben, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission auszuräumen, so der "Kurier".Vier würden an Niki Laudas Billigairline FlyNiki gehen, zwei an Adria Airways.
Den ganzen Nachmittag hielten zwischen Österreich und Brüssel sowie Deutschland und den EU-Experten die Verhandlungen an, auf Juristenebene wie auf politischer Ebene, wie es nach 16:30 Uhr zur APA hieß. Bei der Deutschen Lufthansa berieten Vorstände. Neue Aufsichtsratsbeschlüsse braucht es beim "Kranich" dem Vernehmen nach vorerst nicht.
Bis Donnerstag laufen weitere "Markttests" mit AUA/Lufthansa-Konkurrenten, das hat den Zeitdruck noch einmal verstärkt. Demnach wäre es möglich, am Freitag -dem letzten Tag des Lufthansa-Angebots - eine positive Indikation für eine informelle Einigung zu haben, hieß es heute Nachmittag. Ein Luftfahrtexperte machte zugleich darauf aufmerksam, dass es "zur Stunde nicht mehr nur um Slots" gehe.
(apa/red)

