Armutszeugnis für Österreichs Regierung:
Vertrauen in Krisenkompetenz sinkt weiter
- Leitl: Konjunkturpakete erhalten nur Schulnote "Gut"
- Angst vor Jobverlust trotz wachsendem Optimismus

·Regierung einigt sich beim Postmarktgesetz
PLUS: Startschuss zum Post-Volksbegehren
·Das Sparbuch ist wieder ganz dick da
Österreicher legen Geld
lieber konservativ an
Das Vertrauen in die Koalition sinkt: Das zeigt der aktuelle Consumer Confidence Barometer der GfK. Gleichzeitig äußern sich mehr Österreicher optimistisch zur wirtschaftlichen Entwicklung der nächsten Monate.
Den beiden von der Regierung verabschiedeten Konjunkturpaketen gibt der Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ), Christoph Leitl, "nach dem Schulnotensystem, ein Gut". "Wir müssen uns aber bemühen, sehr gut zu werden, so Leitl im"WirtschaftsBlatt". Die WKÖ hat beim Meinungsforscher GfK eine Umfrage über die Einschätzung der Bevölkerung zur Wirtschaftskrise in Auftrag gegeben: Die Optimisten werden zwar mehr, aber das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung sinkt und es wird immer mehr gespart.
Angst vor Jobverlust und Optimismus
Im Detail ist laut aktuellem Consumer Confidence Barometer der GfK der Anteil der Bevölkerung, der die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten wesentlich oder zumindest etwas besser einschätzt, zwischen April und Juni dieses Jahres von 18 auf 22 Prozent gestiegen. Die Gruppe der Pessimisten hat sich von 60 auf 49 Prozent verkleinert. Skeptisch beurteilt wird vor allem der Arbeitsmarkt. Die Angst vor dem eigenen Jobverlust hat leicht zugenommen - die Betroffenheit im Kreis der Verwandten und Bekannten wird deutlicher. In der Folge reagieren die Österreicher mit vermehrtem Sparen, also mit Konsumzurückhaltung.
Wenig Vertrauen in die Politik
"Wenn ich den Leuten einrede, dass alles schlecht ist, ist es kein Wunder, dass sie das Geld aufs Sparbuch legen", so Leitl über den vorgezeichneten Teufelskreis von weniger Nachfrage, die in geringerer Produktion und schließlich dem möglichen Abbau von Jobs mündet. Man müsse Zuversicht vermitteln. Österreich habe derzeit die "zweitbeste Beschäftigungssituation aller Zeiten." Laut Umfrage nimmt das Vertrauen in die Koalition ab. Aktuell haben 44 Prozent den Eindruck, die Politik habe bisher eher zu wenig gegen den Abschwung getan. Im April waren es noch 35 Prozent.
(apa/red)

