Montag, 27. Juli 2009

Volksbank zahlt keine Dividenden aus:
Wertpapieranleger gehen heuer leer aus

  • Auch Staat entgehen Zinsen auf Partizipationskapital
  • Staat hätte bei Gewinn 9,3 Prozent Zinsen erhalten

Nach der Kärntner Hypo Group Alpe Adria kann auch die Volksbank AG die Zinsen für das vom Staat eingeschossene Partizipationskapital (PS-Kapital) nicht berappen. Hintergrund ist der fehlende Gewinn. Die angeschlagene Hypo Group Alpe Adria hatte im Dezember 2008 als erste Bank in Österreich staatliches PS-Kapital (900 Mio. Euro) erhalten, für die ÖVAG war es Anfang April (eine Milliarde) so weit.

Die Hypo hätte für 2008 acht Prozent zahlen müssen, die ÖVAG für heuer 9,3 Prozent. Nach APA-Informationen war es für die Republik keine Überraschung, dass diese beiden Banken aktuell nicht profitabel genug sind, um ihren Verpflichtungen aus der Aufnahme von Staats-Eigenkapital nachzukommen. Von Banken wird allgemein erwartet, dass sie frühzeitig Rückstellungen bilden für diese Zinsverpflichtung - auch in jeweiligen Quartalsabschlüssen wird eine anteilige Rückstellung dafür erwartet.

Partizipationsscheine sind stimmrechtslose Wertpapiere, wofür die Zeichner einen fix vereinbarten Zinssatz bekommen. Macht eine Bank Verlust, fällt die Ausschüttung für das entsprechende Jahr flach. Auch eine Nachzahlungspflicht, für den Fall, dass es in den nächsten Jahren besser läuft, gibt es nicht. Das hatte in Österreich in letzter Zeit für heftige bankpolitische Debatten gesorgt.

IHS-Chef Felderer geht trotzdem nicht davon aus, dass die Eigenkapitalhilfe für den Staat zum Verlustgeschäft wird. Eng werde es erst, wenn auch die großen Banken Raiffeisen, Erste Bank und Bank Austria die Zinsen nicht zurückzahlen könnten, erklärte Felderer am Montag gegenüber der APA.
(apa/red)

27.7.2009 14:03