Betretene Gesichter im Lager der Bullen:
Durchwachsene Leistung auf Europabühne
- Remis gegen Zagreb nicht optimal für das Rückspiel
- "Vielleicht waren einige schon mit dem 1:0 zufrieden"
In Zagreb wartet ein Hexenkessel mit 40.000 Fans
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Noch lebt die Chance auf den erstmaligen Champions-League-Einzug von Red Bull Salzburg. Das 1:1 im Heimspiel gegen Dinamo Zagreb lässt allerdings den Schluss zu, dass Österreichs Fußball-Meister im Konzert der Großen weiter nur eine Statistenrolle einnimmt. "Wenn man international diese Fehler wie wir begeht, dann hat man dort nichts zu suchen", stellte auch Bullen-Trainer Huub Stevens nach dem Spiel klar.
Der schwere Patzer von Salzburg-Verteidiger Franz Schiemer, der Mandzukic die ungewollte Vorlage zum 1:1 gab (63.), war nur das sinnfälligste Zeichen für eine durchwachsene Vorstellung. Kein Wunder, dass er nach der Partie kein Statement abgeben wollte.
Dabei hatte Alexander Zickler mit seinem Treffer unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff für gute Stimmung in der Pause gesorgt. "Wir hätten in der zweiten Hälfte aktiver agieren müssen und haben uns zu weit zurückgezogen", kritisierte dafür Abwehrspieler Andreas Ulmer. "Vielleicht waren einige von uns schon mit dem 1:0 zufrieden."
Janko im Rückspiel gesperrt
Salzburg hatte dem leichtfüßigen Spiel der Gäste über weite Strecken vergleichsweise wenig entgegenzusetzen, klare spielerische Strategien, um den angepeilten 2:0-Erfolg sicherzustellen, waren neuerlich nicht zu erkennen. Erst in den letzten 20 Minuten erhöhten die Gastgeber den Druck, auch die spät eingewechselten Janko, Jezek und Ilic konnten den Umschwung aber nicht herbeiführen. Janko holte sich zudem noch eine unnötige Gelbe Karte und damit die Sperre für das Rückspiel ab, etwas überraschend war er nicht schon in der Startformation gestanden.
Dinamo-Coach Krunoslav Jurcic wollte von dieser Maßnahme freilich nicht überrascht gewesen sein. "Nein", sagte der 39-Jährige nach der Partie. "Seine Leistungen haben zuletzt nicht so gestimmt." Dass sein Stürmer Mario Mandzukic nach Gelb-Rot in Zagreb fehlen wird, beunruhigt ihn allerdings durchaus: "Er wird uns im Rückspiel sehr fehlen." Stevens wiederum erkannte darin keinen Nachteil: "Auch Janko ist gesperrt, daher gleicht es sich aus."
Zagreb ist gewarnt
Zagrebs Tormann Tomislav Butina ("Wir hätten aggressiver spielen müssen") gab sich nach dem 1:1 bedeckt: "Die Aufstiegschancen stehen nach wie vor 50:50 mit leichten Vorteilen für uns. Salzburg wird auch in Zagreb sehr gefährlich sein, weil sie mit Stevens einen der besten Coaches haben."
Ob die Dose halb leer oder halb voll ist, wird sich am kommenden Dienstag im Maksimir-Stadion von Zagreb zeigen. Während dann 40.000 Zuschauer für einen Hexenkessel sorgen sollen, blieb der Besuch in Salzburg unter den Erwartungen: 15.800, darunter lediglich rund 1.000 Dinamo-Fans, waren gekommen. Entgegen der Befürchtungen hatte die Polizei die Situation unter Kontrolle, für einen kleinen Eklat sorgte nur ein blutendes Cut beim tschechischen Schiedsrichter-Assistenten Martin Wilczek in den Schlussminuten.
Ein Plastikbecher aus dem Publikum hatte erst Dinamo-Stürmer Mandzukic am Kopf getroffen, der "Abpraller" erwischte Wilczek über dem linken Auge. Worauf Mandzukic, der kurz zuvor Gelb-Rot gesehen hatte, und ein Dinamo-Betreuer dem Tschechen nicht den "Vogel" zeigten, sondern ihn auf die offene Wunde aufmerksam machen wollten. Es war zugleich die letzte Szene der Partie.
(apa/red)
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