Dienstag, 28. Juli 2009

So will Stevens Gegner Zagreb knacken: Organisation & Routine sollen Trümpfe sein

  • In CL-Qualifikation noch kein Heimspiel verloren
  • Salzburg erwartet bis zu 7.000 kroatische Fans

An den 14. Februar hat Red Bull Salzburg keine guten Erinnerungen. In einem Testspiel gegen Dinamo Zagreb verschliefen die Roten Bullen die erste Hälfte und wachten erst nach einem 0:4-Pausenstand auf. Am Ende stand ein 3:4. Am Mittwoch treffen der österreichische und der kroatische Meister wieder aufeinander, und diesmal geht es um viel. Im Heimspiel wollen die Salzburger den Grundstein zum Aufstieg in die letzte Champions-League-
Qualifikations-Runde legen.

Kommt die Truppe von Huub Stevens weiter, würde sie um den erstmaligen Einzug in die europäischen Königsklasse spielen. Sollte die Hürde Zagreb zu hoch sein, würde es in der vierten Quali-Runde der neuen Europa League weiter gehen. Zumindest im Heimspiel lässt ein Blick in die jüngere Vergangenheit auf einen Sieg hoffen. In fünf Heimspielen in der CL-Qualifikation verloren die Bullen auf dem Salzburger Kunstrasen noch kein einziges Spiel, nach Siegen über FC Zürich (2:0) und Valencia (1:0) jeweils 2006 sowie gegen Ventspils (4:0) und Schachtjor Donezk (1:0) 2007 gab es vor zwei Wochen gegen Bohemians Dublin allerdings nur ein mageres 1:1.

Dass Salzburg mit neuem Trainer und dessen neuem Stil sowie vielen personellen Veränderungen noch nicht so richtig in Schwung gekommen ist, zeigte auch die Generalprobe, die auswärts gegen SV Ried 0:1 verloren ging. Zagreb startete dagegen mit einem 7:1-Kantersieg gegen Aufsteiger Istra Pula in die Meisterschaft. Eddy Achterberg war für Stevens vor Ort, die Aufschlüsse bleiben aber bescheiden. "Die Bewertung ist schwierig, aber es war wichtig, die Laufwege zu sehen und sich von der Qualität der Spieler zu überzeugen", erklärte der Salzburg-Trainer.

"Zagreb hat Vorteile in der Offensive"
Srecko Kurbasa, einer der Red-Bull-Scouts, beziffert die Aufstiegschancen mit "50:50, da wir die bessere Defensive und Organisation haben und Zagreb Vorteile in der Offensive hat". Defensive und Organisation waren es auch, worauf der neue Salzburg-Trainer in seinen ersten Wochen viel Wert legte. "Das Toreschießen ist immer das schwierigste im Fußball. Wir haben einmal angefangen, die Defensive und die Organisation zu stärken, das ist uns gelungen. Der nächste Schritt wird in Richtung Offensive sein, das braucht aber Zeit. Aber ich als Holländer liebe es auch, wenn viele Tore fallen", so Stevens.

Auch betreffend Altersschnitt stehen einander zwei sehr unterschiedliche Mannschaften gegenüber. Salzburg hat einen Schnitt von 28, Dinamo von 24 Jahren. "Die Routiniers sind immer wichtig, das spricht für uns", meinte Stevens, relativierte aber gleich. "Allerdings darf man nicht vergessen, dass in Kroatien junge, gute Spieler sehr schnell verkauft werden. Deshalb ist der Altersschnitt immer sehr niedrig. Wichtig ist, dass Qualität auf dem Platz steht, und die haben sie". Otto Baric, einst ÖFB-Teamchef und Salzburger Erfolgstrainer, sieht das ähnlich. Er ortet viel Potenzial bei seinen Landsleuten. "Dinamo hat ein sehr junges Team, das erst in zwei Jahren seinen Zenit erreicht haben wird", sagte er.

Salzburg erwartet für das Heimspiel rund 20.000 bis 25.000 Zuschauer, davon 5.000 bis 7.000 Kroaten. Da es Befürchtungen gibt, dass auch Mitglieder einer berüchtigten Fan-Gruppe anreisen, wurden in Salzburg die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Neben 400 Ordnern und Security-Mitarbeitern werden auch 300 Polizeibeamte im Einsatz sein, Kontrollen und Absperrungen verstärkt, alle Bereiche per Video überwacht und wird ein spezieller und erweiterter Gästesektor eingerichtet.

(apa/red)

28.7.2009 14:32