Donnerstag, 30. Juli 2009

Der Dauerläufer im violetten Fußballtrikot:
Junuzovic hat bei der Austria eingeschlagen

  • Coach Daxbacher: "Muss ihn manchmal bremsen"
  • 21-Jähriger schon fixer Bestandteil der Austria-Elf

Während Milenko Acimovic Austrias Primgeiger mit Hang zu Schaffenspausen verkörpert, ist Zlatko Junuzovic der Mann für die weiten Wege. Ob im zentralen Mittelfeld oder an der Flanke aufgeboten, erweist sich der 21-Jährige Neo-Violette als Dauerläufer im Spiel der Wiener. "Er ist eine positive Überraschung, ist irrsinnig laufstark und engagiert. Er will förmlich alles zerreißen, deshalb muss man ihn manchmal auch etwas einbremsen", urteilte Coach Karl Daxbacher über seinen im Sommer nach Wien-Favoriten gestoßenen Schützling.

Dieser sieht sich trotz kurzer Eingewöhnungsphase zumindest auf dem Fußball-Feld bereits in Wien angekommen. "Auf jeden Fall ist es anders als in Kärnten, da muss man sich erst einmal einleben. Aber vom rein Sportlichen her, von der Mannschaft und der Infrastruktur ist es genau das, was ich mir vorgestellt habe", meinte Junuzovic über seine neue sportliche Heimat.

"Liegt in meiner Natur, dass ich viel laufe"
Dass er dabei sowohl zentral, als auch an der Flanke einsetzbar ist, ist ihm dabei nicht unrecht. "Es liegt in meiner Natur, dass ich viel laufe. Zentral zu spielen ist da am besten, somit kann ich mich überall hinbewegen. Aber auch auf der Seite ist es für mich kein Problem", sagte der universell einsetzbare Mittelfeldmann, der 2005 mit 18 Jahren unter dem damaligen GAK-Coach Walter Schachner in der Bundesliga debütierte.

Dass die Austria im Unterschied zu Kärnten, wo er im letzten halben Jahr mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, ein anderes Kaliber ist, will Junuzovic gar nicht abstreiten. Mit Kapitän Acimovic hat der in Loznica im heutigen Serbien geborene, in der bosnischen Kleinstadt Zvornik aufgewachsene, und mit drei Jahren nach Österreich emigrierte U20-WM-Vierte in Wien-Favoriten auch gleich einen Lehrmeister gefunden. "In der Mannschaft freut es einen zu spielen, man hat viel Respekt voneinander. In Kärnten war das nicht immer so", meinte Junuzovic, der im März einen Vertrag bis Sommer 2012 unterschrieben hat.

Sündenbock in Kärnten
Freilich stellt sich auch die Frage, warum er nicht gleich den Sprung ins Ausland gewagt hat. Für Junuzovic war der Wechsel zur Austria jedoch die beste Station, sich weiterzuentwickeln. "In Kärnten war es sehr turbulent. Da war alles gegen mich, als ich mich entschieden habe, dass ich nicht bleibe. Da war ich auf einmal der Sündenbock und es war eine schwierige Zeit", berichtete Junuzovic. "Der Sprung ins Ausland wäre noch zu früh gekommen, da ich mir im Nationalteam einen Stammplatz erkämpfen will, damit ich mir auch internatonal einen gewissen Status erarbeite."

Nach wie vor sei ein Wechsel in eine europäische Topliga natürlich nicht vom Tisch. Als Beispiel führte Junuzovic dabei einen ehemaligen Mitspieler bei der U20-WM in Kanada 2007 an: "Für Jimmy (Anm.: Erwin Hoffer) ist es super gewesen, dass er jetzt zu Napoli wechselt. Das Ziel, einmal ins Ausland zu kommen, haben alle jungen Spieler."

Nächster Schritt sind nun einmal weitere internationale Einsätze mit dem ÖFB-Team. Die nächste Chance bietet sich dabei am 12. August ausgerechnet an der früheren Wirkungsstätte Klagenfurt gegen Kamerun. Die Kaderbekanntgabe durch Teamchef Dietmar Constantini erfolgt am kommenden Mittwoch. Geht es nach dem vierfachen Teamkicker, dann scheint der Name Junuzovic auf der Liste auf: "Ich sehe auf jeden Fall meine Chance, dass ich dabei bin. Und dann lautet die Devise einfach, alles zu geben, damit man spielt."
(apa/red)

30.7.2009 10:00