BMW kehrt der Formel 1 den Rücken:
Autokonzern wird zu Saisonende aussteigen
- Wirtschaftskrise Grund für Aus in "Königsklasse"
- Automobilverband hatte Entscheidung erwartet
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BMW steigt nach der laufenden Saison aus der Formel 1 aus. Das gab der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithoferim BMW-Hochhaus in München bekannt. Das BMW-Sauber-Team, bei dem der Vorarlberger Christian Klien als Test- und Ersatzfahrer engagiert ist, hatte im März 2006 seine Premiere gefeiert.
Abseits der Formel 1 werde BMW aber weiterhin in anderen Serien aktiv im Motorsport präsent sein, hieß es. Die frei werdenden Ressourcen sollen in die Entwicklung neuer Antriebstechnologien sowie Projekte im Bereich Nachhaltigkeit fließen. Hauptverantwortlich für das Aus dürfte wohl aber auch die Tatsache gewesen sein, dass ein Formel-1-Jahresbudget von mehr als 200 Millionen Euro in der Ära der globalen Wirtschaftskrise für den bayrischen Autokonzern wohl besser investiert werden kann.
Christian Klien bedauerte den Ausstieg von BMW. "Es ist natürlich sehr schade, dass BMW sein Engagement in der Formel 1 Ende des Jahres einstellt. Wir werden aber im Team sicher weiter mit vollem Einsatz arbeiten, um den derzeitigen Rückstand noch im Laufe der Saison aufzuholen. Ich selbst bin schon morgen wieder im Test-Einsatz im BMW-Sauber", sagte der Vorarlberger.
Was mit den beiden GP-Piloten Nick Heidfeld (GER) und Robert Kubica (POL) sowie Klien passiert, ist vorerst noch unklar. "Wir werden uns nun voll auf die verbleibenden Rennen konzentrieren und uns mit Kampfgeist und einem guten Ergebnis aus der Formel 1 verabschieden", meinte Motorsport-Direktor Mario Theissen.
Wenig Verständnis vom Partner
Anteilseigner Peter Sauber zeigte wenig Verständnis für den Rückzug seines Partners. Er werde alles in seiner Macht stehende versuchen, "eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Teams am Standort Hinwil in irgendeiner Form ermöglicht".
Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda meinte, es sei "traurig, dass BMW nach den vielen Jahren des Einsatzes geht." Er äußerte zudem Bedenken, dass die Königsklasse des Motorsports weitere Teams verlieren könnte.
FIA nicht überrascht
Für den Internationalen Automobilverband kam die Entscheidung nicht überraschend. "Es war seit einiger Zeit klar, dass der Motorsport die weltweite ökonomische Krise nicht ignorieren kann", teilte die FIA mit.
Heuer setzte es für BMW ein schwerer Rückschlag: Das vorgegebene Ziel, um die WM mitzufahren, wurde klar verpasst. Nach 10 von 17 Rennen ist BMW-Sauber nur Achter in der Konstrukteurswertung, die Piloten Heidfeld und Kubica liegen in der Fahrerwertung als 13. bzw. 15. ebenfalls aussichtslos im Hintertreffen.
(apa/red)
